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Köpfe & Positionen

Pepp-Einführung: BVK und GDV kritisch, Bafin neutral

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Pepp wird kommen. Der Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments hat den Verordnungsentwurf zur Einführung des europäischen Altersvorsorgeprodukts (PEPP) verabschiedet. Die Meinungen darüber sind gemischt. Am klarsten und detailliertesten äußert sich BVK-Präsident Michael H. Heinz.

Das Ziel von Pepp ist die Platzierung eines qualitativ einheitlichen Altersvorsorgeproduktes. Die Ergänzung zur staatlichen und betrieblichen Altersversorgung (bAV) soll europaweit eingeführt werden und wird als Ergänzung zu Angeboten privater Anbieter verstanden. Böse Zungen sprechen auch von Konkurrenz. Wie dem auch sein, der Wille der EU ist im wahrsten Sinne des Wortes Gesetz: Pepp wird ziemlich sicher kommen. Die Meinungen in der Branche sind heterogen. Peter Schwark, Mitglied der GDV-Geschäftsführung fordert bereits vor dem tatsächlichen Start Anpassungen, er twittert:

Peter Schwark, GDV, zu Pepp
Peter Schwark, GDV, zu PeppQuelle: Peter Schwark

Die Bafin äußert sich erwartungsgemäß neutral. Auf der der Bafin-Jahreskonferenz im Oktober 2017 sagte Frank Grund: "Es sollte sichergestellt sein, dass die Grenzen zwischen Altersvorsorgeprodukten und reinen Investmentprodukten nicht verschwimmen." Diese Aussage habe nach wie vor Gültigkeit, schreibt die Bafin auf Anfrage. Davon abgesehen sei es eine politische Entscheidung, ob es letztendlich zur Einführung eines europäischen Altersvorsorgeprodukts kommen wird. Die Bafin nehme hierbei "lediglich eine beratende Tätigkeit wahr".

 

BVK äußert fundierte Kritik

 

Die Verbraucherzentrale Bundesverband "arbeitet nicht zu diesem Thema", daher wollte sie sich nicht äußern. Ganz im Gegensatz dazu hat BVK-Präsident Michael H. Heinz eine klare Meinung: "Ohne in die Details zu gehen, sehen wir die Einführung des Pan European Pension Products (PEPP) kritisch. Uns erschließt sich nicht, warum die EU die 1994 erfolgte sinnvolle Deregulierung im Produktbereich wieder zurückdrehen will." Diese wäre durchgeführt worden, weil sie nicht mehr "der gewachsenen Vielfalt an individuellen Lebensformen und damit verbundenen Risiken entsprach".

 

Heinz ist der Ansicht, dass dieser richtige Schritt durch Pepp "teilweise wieder rückgängig gemacht". Der Verband weist "mit Nachdruck" darauf hin, "dass auch im Zuge der PEPP-Einführung für alle Verbraucher nach wie vor eine Wahlfreiheit bestehen bleiben muss." Heinz fragt sich zudem, wie die beabsichtigte Produkteinheitlichkeit hergestellt werden soll, wenn doch durch die unterschiedlichen Steuer- und Sozialversicherungssysteme in den 28 EU-Mitgliedstaaten eine "einheitliche Grundlage" nicht gegeben sei. Diese Frage ist sicherlich berechtigt, die EU wird sie beantworten müssen.

 

Falls die PEPP europaweit eingeführt werden sollten, spricht sich der BVK vehement dafür aus, "dass auch für den Vertrieb der PEPP die IDD-Vorschriften Anwendung finden sollen". Ganz nach dem BVK-Ansatzk ein Produktverkauf ohne Beratung schließt Heinz mit den Worten: "Das beinhaltet, dass auch Vermittler PEPP-Vertreiber in Zukunft sein können müssen. Denn Pensionsprodukte sind welche, die auf einen langen Zeitraum angelegt und für den einzelnen Verbraucher komplex sind. Insofern kann für den Vertrieb dieser Art von Produkten nicht auf eine Beratung verzichtet werden, will man den Verbraucherschutz nicht negieren."

BVK · vzbv · GDV · BaFin · PEPP
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