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Verdi kündigt Widerstand gegen Provinzial Fusion an

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Provinzial Rheinland und Nordwest haben einen Fusions-Vorschlag erarbeitet und damit den Zusammenschluss praktisch beschlossen. Es ist aber mitnichten alles gut bei der Provinzial, die Gewerkschaft Verdi übt heftige Kritik am Zusammenschluss und droht mit Widerstand.

Die Berichterstattung der letzten Tage über die angebliche finale Entscheidung der Anteilseigner Provinzial hat bei der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) und den Arbeitnehmervertretern für Verwunderung gesorgt. Frank Fassin, Fachbereichsleiter Finanzdienstleistungen von Verdi NRW: "Wir stellen fest, dass die Arbeitnehmervertreter und Verdi trotz fortschreitender Verhandlungen und Gespräche der Anteilseigner zum wiederholten Male nicht beteiligt werden." Aus der Summe der zusammengetragenen Informationen, lasse sich jedoch ablesen, "dass Beschäftigteninteressen offensichtlich keine Rolle spielen".

Die Gewerkschaft befürchtet, dass es durch die Umstrukturierungen zu Personalabbau kommen könnte. Und tatsächlich sieht der Plan der Provinzial große Umbaumaßnahmen vor, so wird beispielsweise die Holding des fusionierten Instituts in Münster angesiedelt, der Sitz des gemeinsamen Kompositversicherers mit dem Vertriebsgeschäft in Düsseldorf. In Kiel wird eine Lebensversicherung ihren Sitz haben und die Provinzial Nord Brandkasse. Andere Standorte wie Detmold und Hamburg werden "regionale Niederlassungen mit operativen Funktionen". Es wird also ein großes Stühlerücken stattfinden, bei dem laut Verdi die Interessen der Arbeitnehmer nicht genügen gehört wurden.

 

Gewerkschaft droht mit Widerstand

 

Frank Schischefsky, Fachbereichsleiter Finanzdienstleistungen von Verdi Nord ist verärgert: "Wir haben immer betont, dass wir eine Fusion nur dann positiv begleiten können, wenn der öffentliche Auftrag, sowie unsere Regionalität und damit unsere langfristige Existenz gesichert werden."

Personalabbau dürfe nicht das Ziel einer Fusion sein, und es bedarf eines Standortkonzeptes, "welches keine Gewinner oder Verlierer entstehen lässt". Das ist laut Verdi nicht geschehen:"Wir müssen deshalb zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgehen, dass wir die Unterstützung der Belegschaften zur Wahrung und Durchsetzung der Beschäftigteninteressen im Falle einer Fusion benötigen – bevor Tatsachen geschaffen werden", erklärt Schischefsky.

 

Noch alles in Bewegung

 

Aus Eigentümerkreisen der Provinzial erfuhr VWheute, dass die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbstverständlich "ernst genommen" würden und man mit ihnen den Dialog pflegen werde. In beiden Häusern der Provinzial wurden deswegen heute Mitarbeiterversammlungen abgehalten, um den Belegschaften die Pläne zu erläutern und Fragen zu beantworten.

 

Der gemeinsame Vorschlag der Eigentümer bilde nur Eckpunkte ab. Die Ausgestaltung beginne erst jetzt, dabei würden selbstverständlich auch die Arbeitnehmervertreter mit einbezogen.

 

Aus dem Gespräch kann geschlossen werden, dass eine mögliche Abschmelzung von Mitarbeiterkapazitäten im Zeitablauf sozialverträglich unter der Ausnutzung der demographischen Entwicklungen erreicht werden soll. Ob die Gewerkschaft damit zufrieden ist, wird die Zukunft zeigen.

Provinzial · Verdi · Kooperation · Betriebsrat
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