Sitz der Provinzial Rheinland in Düsseldorf
Sitz der Provinzial Rheinland in DüsseldorfQuelle: Provinzial
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Provinzial-Anteilseigner erarbeiten gemeinsamen Fusionsvorschlag

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Seit Jahren wird bereits über einen Zusammenschluss der Provinzial-Gesellschaften diskutiert. Nun scheint Bewegung in die Gespräche gekommen zu sein. Demnach haben die Anteilseigner der Provinzial Rheinland und der Provinzial Nordwest einen gemeinsamen Vorschlag über eine Fusion der beiden Häuser erarbeitet. Die Inhalte des Memorandums of Understanding sollen in Kürze den Gremien der Anteilseigner sowie den Aufsichtsräten zur Beschlussfassung vorgestelklt werden. Im Falle einer Zustimmung würde durch ein Zusammengesehen der beiden Gesellschaften der größte öffentliche Komposit- und Lebensversicherer mit einem Beitragsvolumen von fast sechs Mrd. Euro entstehen.
Dabei schätzen die Anteilseigner die typischen Fusionsrisiken geringer in als bei vergleichbaren Risiken, sda bereits heute unter der bestehenden einheitlichen Marke in überschneidungsfreien Vertriebsregionen operieren, heißt es in einer Mitteilung. Zudem liege die Fusion im unternehmerischen Interesse beider Gruppen. Bereits Anfang des Jahres hatte die Präsidentin des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe (SVWL), Liane Buchholz, angekündigt, dass sich noch "in diesem Jahr etwas tun" werde. Immerhin: Seit nunmehr 20 Jahren wird auf höchster Ebene immer wieder über einen Zusammenschluss der öffentlichen Versicherer verhandelt und spekuliert. Nennenswerte Fortschritte gab es hingegen nicht - bis jetzt.

Die Eckpunkte im Überblick

Das neue Unternehmen besitzt die Rechtsform einer Aktiengesellschaft (AG). Die Provinzial Rheinland Holding soll hingegen auf rheinischer Seite als Zwischenholding bestehen bleiben. Die Holding des fusionierten Instituts wird in Münster angesiedelt und der Sitz des gemeinsamen Kompositversicherers mit dem Vertriebsgeschäft in Düsseldorf. Zudem sollen in Kiel eine Lebensversicherung sowie die Provinzial Nord Brandkasse AG angesiedelt werden. Die Schwerpunktaktivitäten in Rheinland-Pfalz sollen vor allem in der Hauptniederlassung Koblenz möglichst ausgebaut - zumindest aber beibehalten weren. Alle anderen Standorte (Detmold, Hamburg) sollen regionale Niederlassungen mit operativen Funktionen bleiben. Ziel sei es, die Fusion rückwirkend zum 1. Januar 2019 umzusetzen. Zudem müssen die Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wiederum ihren Staatsvertrag für eine bundesländerübergreifende Zusammenarbeit der Sparkassen ändern.
"Die beiden Provinzial-Gruppen sind bereits sehr lange eng miteinander verbunden. Wir teilen uns die Marke, haben die gleichen Werte und einen Stammsitz im gleichen Bundesland. Durch ein noch engeres Zusammenrücken würde eine starke Versicherungsgruppe entstehen, die mit ihrem öffentlichen Auftrag eine wichtige und bedeutsame Rolle in der Versicherungslandschaft NRWs spielen wird", kommentiert Wolfgang Breuer, Vorstandsvorsitzender der Provinzial NordWest, die Fusionspläne. "Als Vorstände begrüßen wir die Überlegungen unserer Anteilseigner, da der Druck durch die großen Herausforderun-gen auch auf die Öffentlichen Versicherer merklich zugenommen hat. Eine Fusion kann ei-nen bedeutenden Beitrag zur Sicherung und Steigerung der Ertragskraft, der Wettbewerbsfähigkeit und der Arbeitsplätze beider Provinzial-Gruppen leisten", ergänzt Patric Fedlmeier, Vorstandsvorsitzender der Provinzial Rheinland.
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