Klaus Wiener, Chefvolkswirt des GDV
Klaus Wiener, Chefvolkswirt des GDVQuelle: GDV
Köpfe & Positionen

Wiener: "Stark gefallene Zinsen erfordern höhere Sparbeiträge"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die dauerhaft niedrigen Zinsen belasten zunehmend auch die private Altersvorsorge der Bürger. GDV-Chefvolkswirt Klaus Wiener sieht daher Handlungsbedarf seitens der Politik. Demnach sollte diese die Bürger stärker steuerlich entlasten und deren private Altersvorsorge stärker fördern.
So wäre der Vorschlag der Unionsparteien nach einer steuerlichen Entlastung in Höhe von zehn Mrd. Euro "ein Schritt in die richtige Richtung. Angesichts der Steuermehreinnahmen, die seit Jahren in die Tasche des Fiskus fließen, würde ich das allerdings als unambitioniert bezeichnen. Der Überschuss des öffentlichen Gesamthaushalts lag im ersten Halbjahr bei 48 Mrd. Euro. Seit einigen Jahren nimmt der Staat mehr ein, als die Steuerschätzer voraussagen", erläutert der Ökonom gegenüber der Börsen-Zeitung. Vorstellbar sei für ihn auch "ein stärkeres Fördern der privaten Altersvorsorge oder mehr Spielraum für eigene Entscheidungen. Der Königsweg liegt wohl in der Mitte".
Für ein standardisiertes Riester-Produkt scheint sich Wiener hingegen nicht sonderlich begeistern zu können. "Wir setzen auf Anbietervielfalt und Wettbewerb. Das entspricht dem marktwirtschaftlichen Gedanken. Wie sind überzeugt, dass sich das beste Produkt im Wettbewerb herauskristallisiert. Ein standardisiertes Produkt birgt die Gefahr, dass es dem unterschiedlichen Bedarf der Menschen nicht gerecht wird. Ein Produkt, das im Wettbewerb entsteht, kann besser passen. Dies setzt voraus, dass der Einzelne sich damit beschäftigt und die für ihn beste Lösung findet", konstatiert der Chefvolkswirt des Branchenverbandes.
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