Quelle: Mathias Klingner/ Pixelio/ www.pixelio.de
Märkte & Vertrieb

Versicherer CNP soll französische Staatspost retten

Von Philipp ThomasTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Französische Post will mit dem Ausbau ihrer Finanzgeschäfte ihr Überleben sichern. Der Staatskonzern übernimmt nun den Versicherer CNP Assurances. Die Gruppe ist in Frankreich der größte Versicherer gegen Personenschäden. Bis Ende kommenden Jahres soll er mit La Banque Postale zusammengeführt werden, der Banktochter der Post. Doch die angekündigte Fusion schafft eine ungewöhnliche Chimere.

Die strategischen französischen Industriebeteiligungen laufen unter der Caisse des Dépôts et Consignations CDC zusammen, welcher derzeit Eric Lombard vorsteht.  Lombard war abwechselnd in der Privatwirtschaft (Paribas, später französischer Leiter der Generali) und hoher Staatsbeamter. Seiner Familie gehören die Lizenzrechte für die Poloshirt-Marke Lacoste.

 

Die Staatsholding CNP hält u.a. 9,5 Prozent des Umweltkonzern Véolia und direkt wie indirekt 41 Prozent des Lebensversicherers CNP Assurances (einst Caisse Nationale de Prévoyance) sowie 26,32 Prozent von La Poste. Das staatliche Postmonopol leidet an einem jährlichen Rückgang des Briefverkehrs um 6 Prozent, muss aber gleichzeitig 260.000 Angestellte ernähren.

 

Daher nun der Gedanke La Poste durch CNP retten zu lassen. Entstehen soll daraus eine kombinierte Bancassurance-Gruppe, die zwar nebenher auch noch Postillone beschäftigen wird, hauptsächlich aber unter Einsatz des vorhandenen Netzes an Postfilialen Finanzdienstleistungen erbringen soll.

 

CNP existiert seit 160 Jahren, hat 38 Millionen Versicherte im Bestand und kam 2017 auf eine Bruttojahresprämie von 32,1 Mrd. EUR. Per Ende des letzten Jahres beliefen sich ihre technischen Rückstellungen auf 310,1 Mrd. EUR. CNP bezeichnet sich als viertgrößter europäischer Lebensversicherer, unterhält aber auch größere Operationen in Lateinamerika.

 

66,3 Prozent der CNP werden über verschiedene Kanäle vom französischen Staat beherrscht, der Free Float in Händen des Börsenpublikums liegt bei nur 33,7 Prozent. Die Frage nach der Corporate Governance, d.h. ob eine solche Zwangsfusion im Interesse der externen CNP Aktionäre liegt, scheint den französisch-dirigistischen Staatsapparat weniger zu kümmern, wenn es gilt der Colbert’schen Tradition folgend Entscheidungen im langfristigen nationalen Interesse zu fällen. Externe CNP-Aktionäre und dortige Versicherte könnten auf den Gedanken kommen, dass sie künftig die Gehälter und Pensionen von wackeren Postillonen werden mitbezahlen müssen.

Auch interessant
Zurück
09.05.2019VWheute
Baloise will mit Notbrems­as­sis­tenten Menschen retten  "Lkw fährt auf Stauende: Fahrer stirbt", "Lkw fährt auf Stauende – ein Schwerverletzter"…
Baloise will mit Notbrems­as­sis­tenten Menschen retten
 "Lkw fährt auf Stauende: Fahrer stirbt", "Lkw fährt auf Stauende – ein Schwerverletzter", "Lastwagen fährt in Stauende: Mann tödlich verletzt" – diese und ähnliche Berichte erscheinen regelmäßig in Zeitungen – die B…
29.01.2019VWheute
Meag inves­tiert in fran­zö­si­sche Zugstrecke Die Meag will sich mit einem niedrigen dreistelligen Millionenbetrag an einer …
Meag inves­tiert in fran­zö­si­sche Zugstrecke
Die Meag will sich mit einem niedrigen dreistelligen Millionenbetrag an einer Hochgeschwindigkeitszugstrecke in Frankreich beteiligen. Wie der Vermögensverwalter der Munich Re und Ergo mitteilt, soll die neue Strecke den …
26.07.2018VWheute
Weg von der Kohle: Fran­zö­si­sche Versi­cherer folgen Swiss Re und Co. Es wird dunkel für die Abbauer von Kohle. Nachdem bereits die Swiss Re, die …
Weg von der Kohle: Fran­zö­si­sche Versi­cherer folgen Swiss Re und Co.
Es wird dunkel für die Abbauer von Kohle. Nachdem bereits die Swiss Re, die Allianz und  die Talanx in verschiedenen Stärkegraden aus der Versicherung des Kohlegeschäfts ausgestiegen sind, folgen jetzt auch …
23.01.2018VWheute
Rich­ter­spruch refor­miert fran­zö­si­sche Kredit­ver­si­che­rung Das französische Verfassungsgericht erlaubt den privaten französischen …
Rich­ter­spruch refor­miert fran­zö­si­sche Kredit­ver­si­che­rung
Das französische Verfassungsgericht erlaubt den privaten französischen Immobilien-Kreditnehmern ein jährliches Kündigungsrecht hinsichtlich ihrer von den Banken zur Bedingung gemachten Restschulddeckungen. Nicht …
Weiter