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Märkte & Vertrieb

Patentstreitigkeiten: Deutschland belegt Rang drei hinter China und den USA

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Häufigkeit und Schwere von Rechtsstreitigkeiten um geistiges Eigentum nimmt global zu. Und trotzdem können internationale Unternehmen die finanziellen Auswirkungen ihrer IP-Risiken oft nicht erfassen. Das geht aus dem „Intellectual Property Litigation Risk Report 2018“ von Willis Towers Watson hervor. Der Bericht fasst die Wahrnehmung von Prozessrisiken in Organisationen aller Größen, Regionen und Branchen zusammen.

Die Patentstreitigkeiten werden u. a. auf eine starke Zunahme der Vergabe von Schutzrechten, die wachsende Nutzung von Geschäftsgeheimnissen zum Schutz von Innovationen, einen Anstieg von technologieorientierten Fusionen und Übernahmen, die größere Mobilität von geistigem Eigentum sowie die Entwicklung traditioneller Sektoren, die sich zu Hybridtechnologie-Sektoren entwickeln wie etwa die Gesundheitstechnologie oder die Fintech-Branche, zurückgeführt.

 

Die drei führenden Länder für IP-Prozesse sind laut Willis Towers Watson China, die USA und Deutschland. In China hat sich die Zahl der eingereichten IP-Fälle zwischen 2013 und 2017 auf über 200.00 Fälle verdoppelt. IP-Prozesse in den USA summierten sich 2012 bis 2017 auf durchschnittlich circa 11.000 Fälle pro Jahr, davon Patentverletzungen (ca. 5.200 Fälle jährlich), Markenverletzungen (ca. 3.900 Fälle jährlich) und Urheberrechtsverletzungen (ca. 2.200 Fälle jährlich).

Nachfrage steigt

Als größter Markt in der EU beansprucht Deutschland nach China und den USA die dritthöchste Zahl der jährlich eingereichten Patentstreitigkeiten. Laut der Organisation „Global IP Project“ wurden in Deutschland von 2008 bis 2013 durchschnittlich etwas mehr als 1.300 Patentklagen pro Jahr eingereicht, eine Zahl, die im Jahresvergleich relativ konstant geblieben ist.

 

IP-Prozesse sind in den USA nach wie vor am teuersten, sowohl bei den Prozesskosten als auch bei den Schadenersatz- und Vergleichskosten. Durchschnittliche Schadenersatzzahlungen können in den USA leicht den achtstelligen Bereich erreichen. In Deutschland liegen die höchsten Schadenersatzzahlungen im siebenstelligen Bereich; in China hat eines der geschäftigsten IP-Gerichte durchschnittliche Schadenersatzzahlungen im sechsstelligen Bereich gemeldet.


„Viele Unternehmen erkennen zwar den Wert von geistigem Eigentum, haben aber ihr Risikomanagement noch nicht um eine IP-Funktion erweitert und können somit ihr eigenes IP-Risiko nicht quantifizieren“, sagt Mathias Pahl, Head of Corporate Risk and Broking bei Willis Towers Watson in Deutschland. „Darüber hinaus ist kein koordinierter, umfassender Ansatz für das intensive Management von IP-Risiken erkennbar. Das Management von IP-Risiken ist tendenziell in Rechts-, Forschungs- und Entwicklungsabteilungen angesiedelt. Durch die unklaren Verantwortlichkeiten wird jedoch verhindert, dass Unternehmen feststellen können, wie viel sie wirklich für das Management verschiedener IP-Risiken ausgeben. Dieses Vorgehen ist kostspielig und macht Unternehmen letztlich anfällig“, fügt Pahl hinzu.

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