Union und SPD schnüren ein neues Rentenpaket
Union und SPD schnüren ein neues RentenpaketQuelle: birgitH / PIXELIO (www.pixelio.de)
Politik & Regulierung

Große Koalition einigt sich auf ein neues Rentenpaket

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Große Koalition aus Union und SPD hat sich in der Nacht auf Mittwoch auf ein neues Rentenpaket geeinigt. Profitieren sollen davon nach dem Willen der Bundesregierung vor allem die Mütter, krankheitsbedingte Frührentner sowie Geringverdiener. Finanziert werden soll dies von den Beitrags- und Steuerzahlern.
Demnach sieht das neue Rentenpaket unter anderem vor, dass Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren sind, einen halben Rentenpunkt zusätzlich zu bekommen. Damit setzte sich die SPD gegen die CSU durch, welche ursprünglich ein weiteres Beitragsjahr gefordert hatte. Zudem soll das  Rentenniveau bis 2025 stabil bei 48 Prozent gehalten werden. Außerdem soll der Beitrag zur Rentenversicherung soll die 20-Prozentmarke nicht überschreiten. Derzeit liegt er bei 18,6 Prozent vom Bruttogehalt. Darüber hinaus einigten sich die Regierungsparteien darauf, den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung von derzeit drei Prozent auf das Bruttogehalt ab dem kommenden Jahr um 0,5 Prozentpunkte gesenkt werden.
Die Reaktionen auf das neue Rentenpakt fielen schon beinahe erwartungsgemäß kritisch aus. So bezeichnete Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer die Pläne als "unfair, denn es wird auf die geburtenschwachen Jahrgänge unsere Kinder und Kindeskinder als milliardenschwerer Kostenbumerang zurückkommen." (siehe KÖPFE & POSITIONEN). Der Souialverband VdK kritisierte vor allem die Pläne zur Stabilisierung des Rentenniveeaus. "Ziel muss es sein, dass das Rentenniveau über 2025 hinaus stabilisiert und auf 50 Prozent angehoben wird", bemängelte  VdK-Präsidentin Verena Bentele. Auch die Linkspartei forderte eine eine Anbehung des Rentenniveaus auf 53 Prozent. "Die Verkäuferin, die Erzieherin und der LKW-Fahrer werden damit keine Rente bekommen, von der sie vernünftig leben können", bemängelte Linkenchef Bernd Rixinger. Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund forderte zudem einen breiteren Konsens für weitere Reformen. "Die Menschen brauchen Verlässlichkeit für ihr Leben im Alter. Deshalb finde ich es gut, dass die Koalition ihren Blick in die Zukunft richtet", sagte Gundula Roßbach dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).
Deutsche schließen immer mehr Rentenversicherungen ab.
Deutsche schließen immer mehr Rentenversicherungen ab.Quelle: Statista
Unabhängig von den neuen Rentenplänen der Politik scheint die gesetzliche Rente dennoch wohl für die meisten Bürger nicht mehr zum Leben reichen. So verwundert es nicht, dass die Bundesbürger immer mehr private Rentenversicherungen abschließen. Dies geht aus den aktuellen Branchenzahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Dabei entscheiden sich die Deutschen vor allem für Privat- und Riesterrenten. In geringerem Maße entscheiden sich Menschen für Pensionskassen bzw. Pensionsfonds und Basisrenten. Letztere haben zuletzt deutlich zugelegt.
Rente · Große Koalition
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