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Die Versicherungspflicht für Selbstständige kommt wohl

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Aktuell streitet Deutschland, wie eine gerechte Versorgung im Alter aussehen könnte aussehen wird. Das geplante Rentenpaket II soll auch eine Rentenversicherungspflicht für Selbständige enthalten. Um deren Altersabsicherung ist es schlecht gestellt, schreibt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) und legt Zahlen vor, die zum Nachdenken zwingen.

Über die Hälfte (56 Prozent) der rund 4,2 Millionen Selbständigen in Deutschland arbeitet als sogenannter Solo-Selbständiger. Für diese circa 2,3 Millionen werde es voraussichtlich ab 2020 im Rahmen des Rentenpakets II eine Altersvorsorgepflicht geben, zumindest dann, wenn sie noch keine Altersversorgung nachweisen können. Ein entsprechender Gesetzentwurf sei in Planung, auch wenn noch kein genauer Zeitplan für dieses Rentenprojekt steht.

 

Dennoch sind laut DIA einige Details bereits im Umlauf. So soll für Solo-Selbständige vermutlich ein Opting-out im Hinblick auf ihre Altersvorsorge gelten. Das bedeutet, jeder von ihnen muss eine Altersvorsorge nachweisen, kann aber zwischen verschiedenen Modellen wählen. Zwingend dabei wird allerdings eine lebenslange Rentenzahlung sein. Damit scheiden Immobilien als Altersvorsorge oder das eigene Unternehmen als Rentenabsicherung aus.

 

Es geht besser

 

Wie die Selbstständigen abgesichert sind, dieser Frage widmete sich eine Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag des Berliner Finanzdienstleistungs-Startup Vantik unlängst mit Fokus auf Freiberufler realisiert hat. Die Studie belegt laut DIA eindrucksvoll, dass sich Freelancer mehrheitlich durchaus intensiv mit ihrer Altersvorsorge beschäftigen. Wobei Jüngere und Frauen nicht so intensiv damit befasst sind. Rund drei Viertel (73 Prozent) aller Freelancer wissen, mit wie viel Rente sie im Alter rechnen können. Über die Hälfte (57 Prozent) weiß auch, wie viel im Monat für den späteren Ruhestand zurückgelegt werden müsste.

 

Wissen ist nicht handeln

 

Ein Fünftel der Befragten legt nichts für die Altersvorsorge zurück, allerdings, 20 Prozent der Befragten sparen mindestens 1.000 Euro monatlich für ihre Altersvorsorge. Zwischen 100 und 1.000 Euro legen 42 Prozent auf die hohe Kante. Rund 35 Prozent sparen im Monat bis zu 500 Euro, 34 Prozent legen sogar über 500 Euro monatlich zurück. Ob die eigene Sparrate für einen angemessenen Lebensstandard im Alter reicht, bezweifelt jedoch über die Hälfte aller Freelancer (55 Prozent). Unter den selbständig tätigen Frauen sind noch mehr skeptisch. 65 Prozent von ihnen gehen davon aus, dass sie im Ruhestand mit Einschränkungen rechnen müssen.

 

Bei den Anlageformen für die Altersabsicherung stehen Immobilien am höchsten im Kurs: 29 Prozent präferieren diese Anlageform. Dann kommen Lebensversicherungen (23 Prozent) und Wertpapiere (16 Prozent). Gut jeder Siebte (14 Prozent) vertraut auf branchenübliche Versorgungswerke beziehungsweise zahlt in die Künstlersozialkasse ein. Auf die gesetzliche Rente setzt nahezu jeder Zehnte (9 Prozent). Vollkommen unter ferner liefen liegt die Rürup-Rente. Lediglich drei Prozent aller Freelancer zahlen in die Basis-Rente ein, dahinter liegt lediglich das Bausparen, wie diese Grafik zeigt.

So sparen Selbstständige
So sparen SelbstständigeQuelle: DIA

Die Freelancer wünschen sich eine weitaus flexiblere und transparentere Altersvorsorge. So äußerten 62 Prozent der Umfrage-Teilnehmer, dass sie mehr für ihre Rente tun würden, wenn sie ihre Beiträge flexibel erhöhen, senken oder pausieren könnten. Doch der Mehrheit geht es dabei auch um ein gewisses Maß an Sicherheit. Immerhin 60 Prozent würden mehr fürs Alter sparen, wenn sie mindestens ihre eingezahlten Beiträge im Ruhestand wieder herausbekommen.

Privatrenten · Rentner · Deutsches Institut für Altersvorsorge · Selbstständige
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