Sahara in Nordafrika
Sahara in NordafrikaQuelle: Rosel Eckstein / PIXELIO (www.pixelio.de)
Märkte & Vertrieb

Atradius: Hohe Zahlungsrisiken für Lieferanten in Nordafrika

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Geschäftliche Beziehungen zu Unternehmen in Nordafrika sind riskant. So birgt der Handel mit Firmen in Ägypten, Algerien und Tunesien neben wirtschaftlichen Unsicherheiten vor allem hohe politische Risiken für Lieferanten und Dienstleister. In Marokko, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sind die politischen Risiken zwar vergleichsweise gering. Allerdings drohen dort hohe Zahlungsrisiken, heißt es im aktuellen Country Report von Atradius für die Region Mittlerer Osten und Nordafrika.
Dabei sehen die Experten des Kreditversicherers durchaus vielfältige Probleme. Während Ägypten vor allem an der hohen Inflation und den gekürzten Subventionen leidet, macht Algerien besonders die Abhängigkeit von Öl und Gas zu schaffen. Hinzu kommen politische Risiken wie die weiterhin schwelenden Konflikte im Land der Pharaonen. In Algerien sei die politische Lage laut Atradius zwar verhältnismäßig stabil, allerdings steigen die Risiken sozialer Unruhen aufgrund von Vetternwirtschaft, hoher Arbeitslosigkeit, Mangel an bezahlbarem Wohnraum sowie steigenden Lebenshaltungskosten. So bewertet der Kreditversicherer die politischen Risiken als mittel bis hoch ein.
Die aktuelle Wirtschaftsanalyse von Atradius für Nordafrika und den Nahen Osten.
Die aktuelle Wirtschaftsanalyse von Atradius für Nordafrika und den Nahen Osten.Quelle: Atradius
In Tunesien fürchtet Atradius vor allem die zunehmende politische Unsicherheit aufgrund andauernder Konflikte in der aktuellen Koalition um die politische Ausrichtung der Regierung. Hinzu komme laut Kreditversicherer eine große Unzufriedenheit innerhalb der tunesischen Bevölkerung aufgrund der wirtschaftlichen Situation und fehlender Reformen. Für 2018 und 2019 erwarten die Ökonomen daher ein ein moderates Wachstum von 2,5 bzw. 1,8 Prozent.
Bei Geschäften mit marokkanischen und saudi-arabischen Unternehmen sind die politischen Risiken aus der Sicht der Atradius-Experten derzeit moderat bis gering. Allerdings sorgen sich die Ökonomen vielmehr um den negativen Ausblick für verschiedene Branchen in diesen arabischen Ländern. So stehe laut Kreditversicherer in Marokko vor allem der Bauwirtschaft, der Elektronik- und IKT-Branche, dem Papiersektor und der Textilwirtschaft eine schwierige Periode bevor. In Saudi-Arabien gebe es große Forderungsrisiken bei Geschäften mit Bauunternehmen, Konsumgüteranbietern, Elektronik- und IKT- sowie Stahlfirmen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten bergen die Sektoren Bau, Konsumgüter, Elektronik/IKT, Lebensmittel, Metall, Stahl und Textil hohe Unsicherheiten im Hinblick auf mögliche Zahlungsausfälle, heißt es im aktuellen Report des Kreditversicherers weiter.
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