Seniorin am Auto
Seniorin am AutoQuelle: Rainer Sturm / www.pixelio.de / PIXELIO
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Zocken Kfz-Versicherer die Senioren ab?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ein Auto fährt von hinten kommend in eine Gruppe von Radfahrern, es kommt zu Verletzungen und (einem) Toten. Das geschah bei einem Unfall im Mai in Berlin, eine 81-Jährige Frau war die Verursacherin. Sind solche, immer wiederkehrenden, Unfälle die Ursache dafür, dass ältere Menschen mehr für ihre Kfz-Versicherung bezahlen müssen, wie Finanztipp herausfand?

Der Verbraucher-Ratgeber hat ermittelt, Versicherte ab 65 Jahren müssen durchschnittlich elf Prozent mehr bezahlen, als wenn sie nur 55 Jahre alt wären. Noch teurer wird es für 75-Jährige: Im Mittel betrage der Preisaufschlag von 55 auf 75 Jahre für die Kfz-Versicherung "satte 57 Prozent".

 

"Obwohl Senioren laut Statistischem Bundesamt im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil seltener in Verkehrsunfälle verwickelt sind, werden die meisten Kfz-Versicherungen mit dem Alter immer teurer“, sagt Silke Kursawe, Versicherungsexpertin bei Finanztip. Im Textverlauf werden die Senioren als "sichere Einnahmequelle" der Versicherer bezeichnet. Doch ist das tatsächlich so?

 

Die Versicherungsbranche glaubt an Zahlen und es gibt Daten, die der Aussage von Kursawe widersprechen. So schreibt der SWR: "Autofahrer über 65 Jahre, die in einen Unfall verwickelt waren, trugen bei zwei von drei Unfällen die Hauptschuld" und bezieht sich dabei auf Angaben des statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2016. Bei den mindestens 75-Jährigen waren es sogar drei von vier Fahrern. Damit seien die über 75-Jährigen "noch etwas häufiger an Unfällen schuld als die ebenfalls kritische Gruppe der 18- bis 24-Jährigen".

 

Die Deutsche Verkehrswacht schreibt: "Die altersbedingt nachlassende körperliche Widerstandskraft, unsicherer werdende Bewegungsabläufe oder zunehmende Reaktionsschwächen führen dazu, dass Seniorinnen und Senioren überproportional häufig in schwere Unfälle verwickelt sind", ansonsten zitieren sie dieselben Zahlen wie der Südwestrundfunk.

 

Eine weitere statistisch belegte Tatsache: Ältere Autofahrer haben ein höheres Selbstrisiko im Straßenverkehr, wenn sie unfallbedingt geschädigt werden, "so endet das für sie statistisch gesehen deutlich häufiger tödlich als bei der jüngeren Bevölkerung", schreibt der SWR.

 

Es ist also fraglich, dass die Versicherungen die Beiträge deswegen anheben, weil sie eine "sichere Einnahmequelle" ausgemacht haben, es ist (mindestens) zu vermuten, dass die Branche ihre Tarife schlicht nach Unfallhäufigkeit und Schadenhöhe einrichtet.

Senioren · Kfz-Schadenregulierung · Kfz-Haftpflicht
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