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Unfall und GerichtsprozessQuelle: Thorben Wengert / www.pixelio.de / PIXELIO
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Finanztest greift Kfz-Versicherer an – GDV kontert

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Zeitschrift Finanztest warnt vor der Schadenabwicklung der Kfz-Versicherer: "Oft nutzen Kfz-Versicherungen die Unwissenheit des Geschädigten aus und sparen an Reparatur und Erstattung – wo immer das möglich ist." Bild und Focus haben das Thema aufgegriffen. Der GDV weist den Vorwurf von sich und hat Zahlen parat.

Laut Finanztest lautet die "oberste Regel" nach einem unverschuldeten Unfall, "nicht den gegnerischen Versicherer kontaktieren". Er sei nicht Partner des Geschädigten, schon gar nicht Helfer, sondern will die maximal mögliche Ersparnis für "sich selbst herausholen". Der Geschädigte solle einen Anwalt anheuern, denn diese kennen "die Tricks der Versicherer".

 

Der GDV antwortet

 

Der Vorwurf bewegt sich sehr nah am Betrugsvorwurf, denn was anderes ist es, wenn man sich mit "Trickserei" vor einem (offenbar) berechtigten Anspruch drückt? Der GDV will das nicht so stehen lassen:" Die Zahlen belegen, dass fast immer wird reibungslos reguliert wird. Allein in der Schaden- und Unfallversicherung werden pro Jahr 23 Millionen Schadenfälle bearbeitet. Im Vergleich dazu ist die Anzahl von etwa 9.000 Beschwerden beim Versicherungsombudsmann zur Schaden- und Unfallversicherung vergleichsweise gering.

 

Schadenabwicklung nach GDV-Zahlen
Schadenabwicklung nach GDV-ZahlenQuelle: GDV

Zum Thema Kfz bezieht der Verband ebenso Stellung: "Nach einer Erhebung des GDV werden in der Kfz-Haftpflichtversicherung über 97 Prozent der Schäden reibungslos und zur Zufriedenheit der Kunden reguliert. Der Anteil der Fälle, in denen es zum Prozess kommt, ist seit Jahren stabil und liegt bei 2,7 Prozent. In der Kaskoversicherung kommt es sogar zu fast gar keinen Prozessen – hier liegt der Anteil der reibungslos regulierten Schäden bei über 99,9 Prozent.

 

Der Ombudsmann für das Versicherungswesen würde ebenfalls "keinerlei Anzeichen" für eine systematische Verzögerung der Regulierung erkennen. Die Beschwerdequoten würden sich "auf äußerst niedrigem Niveau" bewegen.

 

Eine Umfrage des Deutschen Anwaltvereins (DAV) unter seinen eigenen Mitgliedern, wonach sich das Regulierungsverhalten von Versicherern verschlechtert habe, greife laut GDV zu kurz. Es gebe keine Hinweise auf einen Anstieg juristisch anfechtbarer Regulierungspraktiken der Versicherer.

 

VWheute hat bei Finanztest angefragt, wie sie zu ihren Aussagen kommen, bis Redaktionsschluss erreichte uns die Antwort nicht mehr, sie wird aber nach der zugesagten Lieferung nachgereicht.

GDV · Finanztest · Kfz-Schadenregulierung
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