Wie sieht die Rente der Zukunft aus?
Wie sieht die Rente der Zukunft aus?Quelle: Tim Reckmann / PIXELIO (www.pixelio.de)
Politik & Regulierung

Raffelhüschen: "Rente der Zukunft ist keine Lebensstandardsicherung"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Pläne von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) zur Stabilisierung des Rentenniveaus bis 2024 sorgen weiter für teils scharfe Kritik. So hält der Wrtschaftsprofessor und Finanzexperte Bernd Raffelschüschen von der Idee schlichtweg "gar nichts. Das würde schlichtweg alles umkehren, was wir bisher in der Rentenpolitik gemacht haben. Tatsache ist ja: Wenn wir das Rentenniveau stabil halten wollen, müssen die Beiträge um 30 Prozent steigen".
So gehe es bei der Diskussuion "nicht um die jungen Menschen", betont Raffelhüschen, sondern vielmehr um die "Baby-Boomer". "Die müssen sich ganz klar machen, dass sie verantwortlich dafür sind, dass es in Zukunft zu wenig Beitragszahler geben wird. Deshalb haben wir ja auch mit der Agenda 2010 von Gerhard Schröder beschlossen, dass die Beiträge konstant bleiben sollen und das Rentenniveau sich der Zahl der Beitragszahler anpassen soll", erläutert der Wirtschaftsprofessor gegenüber der Wirtschaftswoche. Vielmehr seit die "Rente der Zukunft ist keine Lebensstandardsicherung. Daher sollte jeder privat und betrieblich Altersvorsorge leisten. Das war aber schon immer so."
Die Diskussion um eine Kostenexplosion bei den Sozialabgaben ist für den Sozialexperten Hans-Jürgen Urban, gleichzeitig Vorstandsmitglied der IG Metall, hingegen eine "Geisterdebatte". " Weder auf dem Arbeitsmarkt noch bei der im internationalen Wettbewerb stehenden Industrie zeigt sich eine Überforderung. Im Gegenteil, wie Sie an den deutschen Exportüberschüssen sehen können. Und auch von den Bürgern hören Sie nicht, dass ihnen der Sozialstaat zu teuer wird", betont er gegenüber dem Handelsblatt. Zudem sei ein ausgebauter Sozialstaat "kein Zukunftsrisiko, sondern eine Zukunftschance. Er sichert die Menschen ab, die bereit sind, ökonomische Risiken am Markt einzugehen. Eine Funktion, die in Zeiten der digitalen Transformation wichtiger wird".

Der Plan Scholz sei "sehr populistische" erklärte CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer nach den Sitzungen von CDU-Präsidium und –Bundesvorstand, die das Vorhaben ablehnen. Dass Scholz der eingesetzten Rentenkommission vorgreife, sei "erstaunlich". Johannes Vogel, FDP, bemängelte, dass Scholz bei der Rente eine Gießkannenpolitik anwende, ohne die Finanzierung anzusprechen.  Die Grünen-Fraktionsvorsitzende, Katrin Göring-Eckardt, warf dem Finanzminister Scholz "taktische Spielchen" vor, das ist wohl vor dem Hintergrund kommender Landtagswahlen in Bayern und Hessen zu verstehen.

Rente · Bernd Raffelhüschen
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