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Aufseher werden Athoras Rückversicherungspläne genau überwachen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Verändert Athora die komplette LV-Versicherungslandschaft? Das früher als Athene firmierende Unternehmen will nicht mehr nur Bestände aufkaufen, sondern Rückversicherer werden. Gegen Prämie sollen die Bestände von Unternehmen inklusive Risiken gemanagte werden. Was die Bafin zu den Plänen sagt, erfahren Sie im Folgenden.

Laut Athora Deutschlandchef Christian Thimann hätten viele Unternehmen mit ihren LV-Beständen Probleme, würden aber den Run-off verschmähen. Hier springt Athora ein: "Wir übernehmen nur die Risiken und die Kapitalanlagen als Rückversicherer", sagt er gegenüber der SZ.

 

Damit reiche der Lebensversicherer das Risiko, dass er mit den Kapitalanlagen nicht die Garantiezinsen erwirtschaftet, an den Run-Off-Spezialisten und künftigen Rückversicherer weiter. Ebenfalls abgetreten wird das Langlebigkeitsrisiko: "Wir können das Kapital effizienter anlegen und eine höhere Rendite erwirtschaften", verspricht Thimann. Die zu zahlende Prämie des abgebenden Unternehmens wäre gerechtfertigt, "weil die Kapitalentlastung so groß" sei.

 

Die Bafin spricht

 

Die Bonner Finanzaufseher sind bereits aufmerksam geworden und stellen Forderungen an einen solchen Deal, eine Ablehnung sieht anders aus, aber ein Durchwinken ist nicht zu erwarten, die Abgabe an nur einen Partner sehen die Aufseher durchaus kritisch.

"Die Bafin erwartet, dass die inländischen Versicherungsunternehmen regelmäßig einen signifikanten Selbstbehalt im Rahmen des Risikotransfers an Rückversicherer tragen. Gleichwohl ist stets eine Einzelfallbetrachtung erforderlich."

 

Im Übrigen gelte für die zulässige Rückversicherungsnahme "keine feste Grenze". Entscheidend sei, dass die Belange der Versicherten gewahrt bleiben und die "dauernde Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen" sicher gestellt bleibe. Bei Verträgen mit Überschussbeteiligung dürfe die Rückversicherung nicht zu einer "unangemessenen Schmälerung der Überschussbeteiligung führen".

 

Abgabe an ein Unternehmen kritisch?

 

Das abgebende Unternehmen muss laut Bafin Grundsätze entwickeln, nach denen sie Risikominderungspartner auswählt und die Kreditwürdigkeit der Rückversicherungspartner beurteilt und überwacht. Dabei könne auch eine "adäquate Streuung der Rückversicherungspartner wichtig sein". Die Abgabe an einen einzigen Partner könne kritisch sei.

 

Zum Abschluss erklären die Bonner: "Die Bafin hat bereits im Zusammenhang mit der Zulassung neuer Unternehmen klargestellt, dass die Bafin die substantielle Rückversicherung an ein anderes Gruppen-Versicherungsunternehmen mit Sitz außerhalb der EU für im Grundsatz aufsichtsrechtlich unbedenklich hält, […]. Eine hundertprozentige Rückversicherung der durch das deutsche Versicherungsunternehmen gezeichneten Risiken könne allerdings "im Hinblick auf das Risikomanagement problematisch" sein.

BaFin · Athora · Athene · Lebensversicherer
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