Weniger Schäden durch Naturkatastophen.
Weniger Schäden durch Naturkatastophen.Quelle: Joujou / PIXELIO (www.pixelio.de)
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Swiss Re: Naturkatastrophen kosten die Versicherer rund 20 Mrd. US-Dollar

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Versicherer haben im den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres deutlich weniger für Schäden aus Naturkatastrophen bezahlen müssen. Laut einer aktuelklen Sigma-Studie der Swiss Re betrugen die gesamtwirtschaftlichen Schöden aus Naturkatastophen im ersten Halbjahr 2018 weltweit rund 36 Mrd. US-Dollar (Vj: 64 Mrd.). Die versicherten Schäden aus Katastrophen beliefen sich in der ersten Jahreshälfte 2018 weltweit auf 20 Mrd. US-Dollar. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum lag dieser Wert noch bei 30 Mrd. US-Dollar. Größtes Schadenereignis war nach Angaben des Schweizer Rückversicherers der Wintersturm "Friedrike" mit einem versicherten Schaden von 2,1 Mrd. US-Dollar. Zudem kamen rund 3.900 Menschen durch Katastrophenereignisse ums Leben.
Der Großteil der gesamtwirtschaftlichen Schäden entfällt demnach mit rund 34 Mrd. US-Dollar, die verbleibenden zwei Mrd. auf sogenannte Man-made-Katastrophen. Die weltweit versicherten Schäden aus Naturkatastrophen sanken demnach laut Studie um 28 Prozent auf 18 Mrd. US-Dollar gegenüber 25 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Die versicherten Schäden aus Man-made-Katastrophen sanken auf zwei Mrd. US-Dollar (VJ: fünf Mrd.). Dies entspricht einem Rückgang von 62 Prozent. Laut Sigma-Studie waren und 56 Prozent alle gesamtwirtschaftlichen Schäden versichert.
Teuerstes Schadenereignis im ersten Halbjahr war nach Angaben der Swiss Re der Wintersturm "Friedrike", der vor allem in Deutschland, Frankreich und Belgien einen wirtschaftlichen Schaden von 2,7 Mrd. und einen versicherten Schaden von 2,1 Mrd. US-Dollar. Zudem verursachten eine Reihe von Winterstürmen in den USA in weiten Teilen des Landes starken Schneefall, Eis, Eisregen sowie Überschwemmungen aufgrund der Schneeschmelze und Küstenüberflutung. Die gesamtwirtschaftlichen Schäden daraus beziffert die Swiss Re auf rund vier Mrd. US-Dollar, von denen rund 2,9 Mrd. versichert waren.

Daneben trafen eine Serie von schweren Gewitterstürmen, Tornados und Hagelstürmen vor allem die USA, Europa und weitere Weltregionen. Zudem verursachten mehrere große Vulkanausbrüche auf Hawaii und in Guatemala sowie Erdbeben in Japan, Taiwan und Papua-Neuguinea verursachten weitere Schäden. Allerdings konnte der Schweizer Rückversicherer dabei die versicherten Schäden noch nicht abschließend beziffern.

"Wir gehen davon aus, dass wir weitere extreme Wetterlagen erleben werden, zum Beispiel anhaltende Hitzewellen und Dürreperioden – ähnlich wie die der letzten Wochen. Das könnte durchaus zur neuen Normalität werden. Wissenschaftliche Klimamodelle legen nahe, dass die Temperaturen und die Feuchtigkeit in der Atmosphäre in vielen Gegenden der Welt zukünftig ansteigen und unbeständiger werden. Das Niederschlagsmuster wird volatiler; wir werden gravierende Dürren und damit verheerende Waldbrände erleben. Mit der zunehmenden Urbanisierung und der laufenden Ausweitung von Wohngegenden in Naturwaldgebieten wird sich das Schadenpotenzial noch weiter erheblich erhöhen. Die Gesellschaft wird sich anpassen und darauf vorbereiten müssen, dass solche Vorkommnisse immer häufiger eintreten", erläutert Martin Bertogg, Head of Catastrophe Perils bei Swiss Re