Mark Klein, Digitalvorstand der Ergo Group und Vorstandsvorsitzender von Ergo Digital Joint Ventures
Mark Klein, Digitalvorstand der Ergo Group und Vorstandsvorsitzender von Ergo Digital Joint VenturesQuelle: Ergo
Köpfe & Positionen

Klein: "Kunden vergleichen uns mit Internet-Playern wie Amazon"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die "digitale Transformation" gehört mittlerweile zu den gängigen Schlagwörtern in der Versicherungsbranche. "Die Digitalisierung ändert grundlegend die Art, wie wir arbeiten, wie wir denken und sie ändert Prozesse und Produkte. Ich bin überzeugt, dass sich Versicherungen unter anderem für Partner außerhalb der Branche öffnen und den Kunden ein Paket aus Hardware, Software und Services bieten müssen", glaubt Ergo-Vorstand Mark Klein. Dabei müsse sich der Könzern längts nicht mehr nur mit den etablierten Playern messen.
" Die Kunden vergleichen uns nicht mehr mit anderen Versicherern, sondern mit Internet-Playern wie Amazon. Sie fragen nicht mehr nur, ob das Angebot der Ergo besser ist als etwa das der Allianz, sondern sie prüfen, ob sie eine One-Click-Experience haben oder nicht. Die Kunden werden anspruchsvoller. Davor können sich Versicherer nicht verschließen", konstatiert der Ergo-Manager im Interview mit dem Fachmagazin Absatzwirtschaft. " Die Wettbewerber kommen aus unterschiedlichen Ecken: Da sind zum einen natürlich die Magic Four, also Google, Amazon, Facebook und Apple. Ich erwarte nicht, dass Google eigene Versicherungen anbieten wird, denn die verdienen schon jetzt sehr viel Geld mit der entsprechenden Suche. Amazon nehmen wir sehr ernst, denn das Unternehmen hat sehr, sehr gute Daten und hätte aufgrund seines Datenmanagements einen Wettbewerbsvorteil", betont Klein.
Dabei fällt dessen erste Bilanz der Digitalmarke Nexible bislang positiv aus. " Nexible ist ein Experiment mit großem Potenzial. Wir wissen nicht exakt, wie groß der Markt ist. Der Marktzuspruch aber ist sehr positiv und unser kurzfristiges Ziel haben wir übererfüllt. Die Nachfrage ist also da und die Menschen lassen sich auf das rein Digitale ein. Es gibt immer  weniger, die noch per Telefon kommunizieren wollen, die meisten nutzen den Chat. Wir denken darüber nach, wie wir eine komplett digitale End-to-End-Kommunikation bieten können. Unser Ziel ist es, Nexible so transparent und einfach wie möglich zu machen", erläutert der Ergo-Manager weiter. Zudem sei man "bewusst mit einer neuen Marke und einer klaren, eigenen Positionierung auf den Markt gegangen, die zwar die Stärke von Ergo und Munich Re im Rücken hat, aber ansonsten frei agieren kann. Weil wir etwas völlig Neues kreieren wollen – und Kanalkonflikte vermeiden. In dem Moment, in dem wir das Digitalangebot mit der Marke Ergo gebrandet hätten, wären viel mehr Stakeholder beteiligt gewesen. So sind wir freier. Trotzdem ist Nexible ja kein Start-up, sondern ein Spin-off".
Ergo · Ergo Digital Ventures · Mark Klein · Nexible
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