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Streit um Unfall-Kombirente: Axa wehrt sich gegen Verbraucherschützer

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Neues Kapitel in den ewig andauernden Auseinandersetzungen zwischen den Versicherern und den Verbraucherschützern: Die Axa Deutschland wehrt sich gegen die Äußerungen der Verbraucherschutzzentrale Deutschland, wonach ein Kündigungsrecht bei dieser Police ausgeschlossen sei. "Die Bedingungen sind eindeutig, und auch die Bezeichnung des Produkts suggeriert nicht – wie von der Verbraucherzentrale angeführt - die Klassifizierung als nicht kündbares Vorsorgeprodukt", heißt es in eine ausführlichen Stellungnahme des Versicherungskonzerns gegenüber VWheute.
Die Hauptgründe sieht der Versicherungskonzen demnach vor allem in einer "deutlichen Veränderung der Marktbedingungen insbesondere im Hinblick auf das weiterhin bestehende Niedrigzinsumfeld sowie den erheblichen medizinischen Fortschritt". So erklärt die Axa: "Durch die nunmehr schon lange andauernde Niedrigzinsphase musste auch der Rechnungszins in der Unfall-Kombirente kontinuierlich nach unten angepasst werden. Zudem hat sich der medizinische Fortschritt in einem Maße weiterentwickelt, der vor Jahren nicht absehbar war. Auch wenn dies für uns alle eine positive Entwicklung ist, hat sie gleichzeitig einschneidenden Einfluss auf die Risikobeurteilung. Vor dem Hintergrund dieser deutlichen Veränderungen können wir angesichts unserer Verantwortung für das Kollektiv aller Versicherungsnehmer die Unfall-Kombirente für rund 17.500 versicherte Personen nicht weiterführen. Vollständig von der Aktion ausgenommen ist die Unfall-Kombirente mit Beitragsrückgewähr, diese Verträge bleiben weiter bestehen. Ebenso ausgenommen sind alle Versicherungsnehmer, die im letzten Jahr mindestens 58 Jahre alt waren. Und auch Verträge von Kunden, die bereits Leistungen aus der UKR beziehen, werden von uns selbstverständlich bedingungsgemäß erfüllt.
Gleichzeitig betont der Versicherungskonzern nach eigener Aussage seine "Verantwortung gegenüber dem Versichertenkollektiv erforderlich. Gleichwohl sind wir uns unserer Verantwortung für unsere teils langjährigen Kunden bewusst und wissen um ihren Absicherungsbedarf. Den Wechsel in ein neues Produkt möchten wir für die betroffenen Kunden daher so einfach wie möglich gestalten. Wir bieten den betroffenen Kunden als alternativen Schutz eine Absicherung über unsere ESV an – zu vergünstigten Konditionen. Betroffene Kunden erhalten dieses Produkt ohne erneute Gesundheitsprüfung, und der Beitrag wird mit dem ursprünglichen Einstiegsalter dieser Kunden bei Abschluss der UKR kalkuliert. Als Folgeprodukt der UKR bietet die ESV ebenfalls eine Absicherung gegen die Folgen von Unfällen und schweren Krankheiten. Die Leistungen aus der ESV unterscheiden sich jedoch von denen der UKR".

Axa beruft sich auf den Ombudsmann

Zudem erklärt der Konzern, dass sich bei der Unfall-Kombirente "um ein Produkt aus dem Bereich der Sachversicherung. Hier sind Vertragsumstellungen grundsätzlich möglich und in den Versicherungsbedingungen geregelt." Dabei betont die Axa, sie habe bei den bisherigen Maßnahmen "vertragskonform" gehandelt. "Anders als bei Leben- oder Vorsorgeprodukten besteht bei einer Sachversicherung auch das Recht des Versicherers, den Vertrag einseitig zu kündigen.Insofern sind die hier angesprochenen Maßnahmen vertragskonform. Diese Auffassung teilt auch der Ombudsmann, der unsere Sichtweise zum Kündigungsrecht in einem Fall bereits bestätigt hat", heißt es in der Stellungnahme.
Die Verbraucherschutzzentrale Hamburg hatte die betroffenen Kunden aufgefordert,  Widerspruch gegen die angedrohte Kündigung einreichen und den Vorstand des Versicherers auffordern, auf das ordentliche Kündigungsrecht zu verzichten. Die Hamburger Verbraucherschützer raten, den eigenen Versicherungsschutz bis zu diesem Zeitpunkt in Ruhe zu überdenken und beim Versicherer Widerspruch gegen die angedrohte Kündigung einzulegen.
Axa Deutschland · Verbraucherschutzzentrale Hamburg
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