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Märkte & Vertrieb

Digitalisierung der Versicherungsbranche steckt in Deutschland in den Kinderschuhen

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das ist eine Ohrfeige für die deutsche Versicherungsbranche: Die Digitalisierung hierzulande ist rückständig und hinkt der in der Schweiz hinterher, behauptet der Schweizer Technologie Dienstleister ti&m mit Bezug auf eine selbst durchgeführte Umfrage. Sind die Deutschen Versicherer in Sachen Digitalität Höhlenbewohner – VWheute hat Zweifel.

Einen Schaden online melden oder eine Leistungsabrechnung digital bearbeiten, sei für die Menschen in Deutschland "noch Neuland". Das zeige eine repräsentative Umfrage zur Verwendung von Applikationen und Dienstleistungen im Bereich Versicherungen, zu der 1000 Menschen hierzulande und 500 in der Schweiz befragt wurden.

 

Online-Schadensmeldungen

 

Mehr als 42 Prozent der Schweizer nutzen laut Umfrage Online-Schadensmeldungen, bei den Deutschen ist es gerade mal jeder Dritte (27 Prozent). In beiden Ländern nutzt am häufigsten die Altersgruppe 50 bis 74 Jahre das Online-Angebot, in der Schweiz sind es 49 Prozent, in Deutschland 34 Prozent.

 

Die junge Generation ab 15 Jahren liege weit dahinter: Hier nutzen in Deutschland gerade mal 26 Prozent der 15 bis 19-Jährigen das Angebot von Online-Schadensmeldungen, in der Schweiz sind es 28 Prozent. Beliebt ist die digitale Variante allerdings sowohl hierzulande wie auch in der Schweiz.

 

Online-Leistungsabrechnungen

 

Bei Online-Leistungsabrechnungen zeige sich ein noch größerer Unterschied zwischen den Ländern: Mehr als doppelt so viele Schweizer (37 Prozent) als Deutsche machen von Online-Leistungsabrechnungen Gebrauch, hierzulande sind es 17 Prozent.

 

Generell nutzen in beiden Ländern mehr Männer als Frauen das digitale Angebot, in der Schweiz liegt der Unterschied sogar bei mehr als 10 Prozent: 33 Prozent Frauen, 44 Prozent Männer. In Deutschland nutzt die junge Generation diesen Online-Service am meisten (21 Prozent), in der Schweiz ist es die Generation 50+ mit 44 Prozent.

 

"Unsere Befragung hat uns vor allem gezeigt: Nicht die älteren Generationen vergessen! Gerade im Bereich der Versicherungen sehen wir deutlich, dass die digitalen Angebote genutzt werden, wenn sie da sind – und zwar am häufigsten von der Generation 50 +, " sagt Marco Berg, Managing Director Deutschland von ti&m.

 

Bei aller deutsch-schweizerischen Freundschaft, die Ergebnisse dieser Studie zeigen weniger die mangelnden digitalen Fähigkeiten der  (deutschen) Versicherer als die begrüßenswerte Neigung der Schweizer Kunden, die neuen Möglichkeiten intensiver zu nutzen.Warum das so ist, kann an der Verfügbarkeit dieser Dienstleistungen aber auch an vielen anderen Gründen liegen.

 

Ob die deutschen Versicherer in Sachen Digitalisierung hinterherhinken, würde eher ein Vergleich der Online-Optionen bei den Unternehmen aufzeigen.

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