Geld verbrennen?
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Bild kritisiert lautstark "überflüssige Versicherungen"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Für Einfühlungsvermögen und ausgeprägte Versichererliebe ist das große Boulevardblatt mit den vier Buchstaben nicht bekannt. Auch diesmal ist die Kritik an einzelnen Produkten deutlich zu vernehmen, "für überflüssige und unnötige Versicherungen" werde viel Geld "verpulvert". Doch es regen sich Gegenstimmen.

Führend bei der Bild-Zehnerhitparade der unnötigen Versicherungen sind in der angegebenen Reihenfolge die Sterbegeld-, Insassenunfall sowie die Handy- und sonstige Geräteversicherungen. Zur Nummer Eins der Hitliste schreibt das Boulevardblatt: "Nur ein Teil der eingezahlten Prämie wird wirklich für den Sparanteil bezahlt. Der Rest wird für die Deckung der Verwaltungskosten und für den Risikoschutz verwendet." Daher sollte für die Beerdigungsvorsorge, "besser nicht auf diese Versicherungen gesetzt werden".

 

Der Insassenschutz sei "meist überflüssig", denn die KFZ-Haftpflicht des Unfallverursachers trage die Gefahr, auch die der Insassen. Bei der Elektrogeräteversicherung werden die Kosten und der Ausschluss "vieler Risiken" bemängelt. Zudem würden viele Geräteversicherungen eine "hohe Selbstbeteiligung" enthalten und es gäbe auch noch die Hausratversicherung, die einige Risiken abdecke.

 

Diesen Vorwurf will Wertgarantie-Vorstand Konrad Lehmann nicht auf sich sitzen lassen: "Wenn wir als einziges Unternehmen mit diesem speziellen Versicherungsfokus unsere Kunden nicht zufriedenstellen würden, hätten wir heute nicht einen Bestand von 5,7 Millionen Verträgen." Eine Google-Suche mit dem Stichwort "Wertgarantie" und ein Blick auf die Rezensionen würde zeigen, "wie wir unsere Kunden zufriedenstellen."

 

"Verbraucher sind durchaus in der Lage, auf dieser Basis zu entscheiden, ob sie zum Beispiel ihre Smartphones gegen unvorhergesehene Kosten absichern möchten. Pauschale Kritik an Smartphone-Versicherungen hält sich standhaft, weil die Kritiker weniger auf die Regulierungspraxis als auf die Versicherungsbedingungen achten. Das Kleingedruckte folgt natürlich dem Vorsichtsprinzip einer Versicherung im Sinne der Versichertengemeinschaft, unsere Regulierung aber der Zufriedenheit jedes einzelnen Kunden." Allerdings werde man nicht "jeden Kritiker überzeugen können", schließt der Vorstand.

 

Der GDV spricht

 

Der GDV passt sich der Meinung von Lehmann an und betont die Mündigkeit des Verbrauchers: "Jeder Mensch hat – abhängig von seinem Alter, seiner Lebenssituation und seiner Mentalität – einen anderen Versicherungsbedarf. Nicht jeder braucht jede Versicherung. Vielmehr muss jeder für sich entscheiden, welche seiner persönlichen Risiken er absichern möchte und welche er alleine tragen kann. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man seine Risiken kennt und sich damit auseinandersetzt."

 

Leider erreichte die Redaktion bis Toresschluss keine Antwort der Monuta Versicherung auf die Kritik bezüglich der Sterbegeldversicherung. In einem früheren Interview wies Oliver Suhre, Geschäftsführer der Monuta Versicherungen in Deutschland, auf die Wichtigkeit des Schutzes hin: "Die Absicherung des Trauerfall-Risikos ist ein wichtiges Vorsorgethema, das den demografischen Wandel einbezieht und Veränderungen familiärer und gesellschaftlicher Strukturen berücksichtigt." Das Thema werde gesellschaftlich vernachlässigt.

 

Der Vollständigkeit halber die weiteren unnötigen Versicherungen laut Bild: Reisegepäck-, Ausbildungs-, Glasbruch-, Krankenhaustagegeld-, Hochzeit-Rücktritts, Tierkranken sowie die Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr.

Sterbegeldversicherung · Monuta · GDV · Wertgarantie
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