Sitz der W&W in Stuttgart
Sitz der W&W in StuttgartQuelle: W&W
Unternehmen & Management

Digitale Transformation verursacht Gewinneinbußen bei W&W

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Stuttgarter Wüstenrot & Württembergische-Gruppe sieht sich im laufenden Geschäftsjahr auf Kurs. So erzielte der Konzern im ersten Halbjahr 2018 einen Gewinn nach Steuern von 116,5 Mio. Euro. Damit liege das Ergebnis zwar deutlich unter dem Vorjahreswert von 154,9 Mio. Euro, aber leicht über den eigenen Erwartungen. Den Rückgang erklärt die Württembergische mit dem bereits vorgestellten Investitionsprogramm über 820 Mio. Euro für den Zeitraum 2018 bis 2020, um den digitalen Transformationsprozess voranzutreiben.

Den größten Beitrag zum Halbjahresergebnis lieferte nach eigenen Angaben die Kompositsparte mit einem Konzernergebnis von 62,1 Mio. Euro. Gleichzeitig stiegen die legten die gebuchten Bruttobeiträge um 5,9 Prozent auf rund 1,2 Mrd. Euro. Allerdings stieg die Schaden-Kostenquote im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich auf 90,2 Prozent an (HJ 2017: 86,2 Prozent). Die Gründe dafür erklärt die W&W-Gruppe vor allem mit einer gestiegenen Schadenbelastung durch Elementarschäden. Das Neugeschäft legte hingegen au1 151,0 Mio. Euro zu.

Positiv entwickelten sich hingegen die Prämieneinnahmen in der Sparte der Personenversicherung mit einem Plus von 2,5 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro, was der Konzern vor allem auf die Einmalbeträge zurückführt. Im Baufinanzierungsgeschäft verzeichnete das Unternehmen zudem ein sattes Plus von zehn Prozent auf 3,0 Mrd. Euro.

Das Bausparneugeschäft der Wüstenrot Bausparkasse war in den ersten sechs Monaten hingegen rückläufig. So erzielte diezweitgrößte deutsche Bausparkasse ein Brutto-Neugeschäft nach Bausparsumme von 6,73 Mrd. Euro (HJ 2017: 7,01 Mrd. Euro). Das Netto-Neugeschäft betrug 5,3 Mrd. Euro (HJ 2017: 5,8 Mrd.).

"Das erste Halbjahr war geprägt vom Start weiterer Produktneuheiten im Rahmen des laufenden, größten Investitionsprogramms in unserer Unternehmensgeschichte. Es zeigt sich: Die Digitalisierung unserer Geschäftsmodelle und Prozesse gewinnt mehr und mehr an Schwung. Dass die W&W-Gruppe zugleich in ihren Märkten erfolgreich agieren kann, beweist die gute Neugeschäftsentwicklung. Der bisherige Jahresverlauf stimmt mich sehr zuversichtlich, dass wir 2018 nicht nur unsere wirtschaftlichen Ziele erreichen werden, sondern auch strategisch gut vorankommen", kommentiert W&W-Vorstandschef Jürgen A. Juncker die bisherige Geschäftsentwickung in diesem Jahr. Daher hält der Konzern weitehin an seinem Gewinnziel von 200 Mio. Euro fest.
Kritisch sieht Bernd Hertweck, Vorstandschef der Bausparkasse Wüstenrot, hingegen die aktuellen Entwicklungen auf dem deutschen Immobilienmarkt. Da die Ballungsräume sowohl für die arbeitende Bevölkerung als auch für ältere Menschen immer attraktiver würden, müssten neu hinzukommende Arbeitskräfte entweder "immer weiter in die Peripherie hinaus oder aber sehr hohe Preise zahlen, was viele sich nicht leisten können", betonte er gegenüber den Stuttgarter Nachrichten. Zudem wachse der Anteil der Wohneigentümer nur noch in der oberen Hälfte der Gesellschaft, bei allen anderen sinke er. Man könne sagen, dass der „ältere Gutverdiener sich die zweite, dritte oder vierte Wohnung kauft und teuer an Jüngere vermietet, die sich Eigentum heute nicht mehr leisten können.“ Die jüngere Generation werde somit "abgehängt vom Eigentum".
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