Fußballtorhüter
FußballtorhüterQuelle: Lupo / PIXELIO (www.pixelio.de)
Politik & Regulierung

Ex-Nationaltorhüter muss Bild auf Sammelkarte dulden

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Fußballspieler stehen heute mehr denn je im Fokus der medialen Wahrnehmung. Allen voran die Torhüter: Kaum eine Parade oder ein Patzer, der nicht unbeobachtet und entsprechend kommentiert wird. Doch wie es bei prominenten Kickern um die Persönlichkeitrechte bestellt? Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat nun bei einem ehemaligen Nationaltorhüter eine wegweisende Entscheidung getroffen.
Im konkreten Fall hatte der - übrigens namentlich nicht bekannte - ehemalige Starkicker einen Sportverlag verklagt, weil dieser eine Serie über alle deutschen Fußball-Nationalspieler seit 1908 herausbringen will, die aus einzelnen großflächigen Plastikkarten besteht. Auf der Vorderseite dieser Karten wird der jeweilige Fußball-Nationalspieler abgebildet, auf der Rückseite finden sich Informationen und weitere kleinformatige Fotos. Die Karten können gezielt einzeln zusammengestellt und gekauft werden.
Dabei wird der betroffene Spieler mit seinem  Portrait im Trikot der Nationalmannschaft des DFB, seinem Namen und seiner Länderspielbilanz auf der Karte dargestellt. Auf der Rückseite der Karte waren zudem Angaben zu seiner fußballerischen Laufbahn und weitere spielbezogene Fotos zu finden. Der frühere Torhüter hatte jedoch keine Einwilligung zur Nutzung seines Bildnisses erteilt und klagte daher gegen die kommerzielle Verwendung seine Konterfeis.
Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main wies die Klage jedoch ab und begründete seine Entscheidung damit, dass die Fotos auch ohne Einwilligung des Klägers verbreitet werden dürften, da es sich um "Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte" handele und die Veröffentlichung auch keine berechtigten Interessen des Klägers verletze.
Zudem würden die entsprechenden Bilder presserechtliche Druckerzeugnisse darstellen, die  insbesondere mit "ausreichenden textlichen Informationen" versehen seien, um sich zur Teilnahme am öffentlichen Kommunikationsprozess zu eignen. Der Umstand, dass es sich bei den Karten um ein kommerzielles Produkt handele, stehe im Hinblick auf den Informationsgehalt der Karten dem grundrechtlichen Schutz nicht entgegen, heißt es in der Urteilsbegründung weiter.
So werde der Kläger dabei ausschließlich in dem Kontext gezeigt, in dem er seine zeitgeschichtliche Bedeutung erlangt habe, nämlich als Torwart der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Dadurch trete sein Persönlichkeitsrecht hinter das im Interesse der Öffentlichkeit bestehende Publikationsinteresse der Beklagten zurück, entschied das OLG Frankfurt am Main. Das Urteil ist rechtskräftig (Az.: 11 U 156/16).
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