Zurich bei Nacht
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Unternehmen & Management

Die Zurich wächst und schweigt zum Thema Personalabbau

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Die Zurich von heute ist ein hoch motiviertes Team von gut ausgebildeten Fachkräften, die weltweit mehr als 70 Millionen Kunden betreuen", sagte der CEO Mario Greco bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen. Die wohl beschlossenen Sparmaßnahmen des Versicherers bei der Zurich Schweiz wurden nicht thematisiert.

Ob die Zurich tatsächlich über ein hochmotiviertes Team verfügt, ist von außen schwer zu beurteilen. Sicher ist, dass Kündigungen von langjährigen Mitarbeitern in der Belegschaft eher negativ aufgenommen werden. Genau das scheint die Zurich Schweiz aber tun zu wollen, wie mehrere lokale Medien berichten. Nach Berichten soll eine größerer Zahl IT-Fachkräfte entlassen werden, die Zurich dementierte nicht. Als Grund für die wohl kommenden Kündigungen wurden Probleme bei der Zurich Schweiz attestiert, die Gesellschaft sei gegenüber den Konkurrenten zurückgefallen.

 

Alle diese Themen spielten bei der Präsentation der Konzernzahlen keine Rolle. Der Chef sieht das Unternehmen auf einen gutem Weg: "Ich bin äußerst zufrieden mit unseren anhaltenden Fortschritten. Wir konnten in unseren Geschäftsbereichen den schwierigen Marktbedingungen erfolgreich trotzen und die Rentabilität verbessern. Und wir kommen bei der Umsetzung unserer im November 2016 lancierten Strategie zügig voran. Zur Halbzeit der dreijährigen Strategieperiode sind wir auf gutem Weg, alle genannten Ziele bis Ende 2019 zu erreichen.“

 

Greco ergänzte: "Wir sind stolz auf alles, was wir bisher erreicht haben, und mit der Unterstützung unserer starken Marke werden wir weiterhin neue Wege beschreiten, um Werte für unsere Kunden zu schaffen.“

"Weiterhin neue Wege beschreiten, um Werte für unsere Kunden zu schaffen"
Mario Greco

Die Zahlen

 

Der Betriebsgewinn der Zurich erhöhte sich um 12 Prozent auf US-Dollar 2,4 Milliarden US-Dollar. Der den Aktionären zurechenbare Reingewinn nach Steuern steigerte sich im ersten Halbjahr um 19 Prozent auf 1,8 Milliarden US-Dollar. Eine Ursache der Zahlen sei das Sparprogramm, in Höhe von rund 900 Millionen US-Dollar. Erfolgreich entwickelte sich auch die Combined Ratio die von 99,5 auf aktuell 97,5 Prozent fiel und das LV-Geschäft. Die Gruppe sei auf einem guten Weg, die Finanzziele für 2017 bis 2019 zu erreichen.

 

Bei all den guten Zahlen wäre es natürlich schön gewesen, wenn der Öffentlichkeit und den Mitarbeitern mitgeteilt worden wäre, ob weitere Einsparungen in den Ländergesellschaften geplant sind oder ob Grecos Satz vom letzten November gilt: "Gesellschaftlich betrachtet ist Auslagern komplett falsch: So fügen Sie der Gesellschaft nur Schaden zu und gewinnen dabei nichts!"

 

Eine Anfrage zum Thema Arbeitsplatzabbau beantwortete die Zurich folgendermaßen: "Verantwortlich für das starke Halbjahresergebnis waren ein verbessertes Underwriting und reduzierte Kosten im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft zusammen mit dem Portfoliowachstum und dem positiven Verlauf im Lebensversicherungsgeschäft. […]

 

Wie bereits mehrfach erwähnt befindet sich die gesamte Versicherungsindustrie und auch Zurich in einem Transformationsprozess. Wir reagieren gezielt auf veränderte Wünsche und Bedürfnisse der Kunden. Im Rahmen dieser Transformation werden sich auch Job-Profile der IT-Mitarbeitenden ändern. Das bedeutet einerseits, dass Mitarbeitende geschult werden, um neue Rollen zu übernehmen. Andererseits fallen Rollen möglicherweise weg."

 

Anmerkung der Redaktion: Im Artikel war zunächst vermerkt, dass die Zurich nicht auf eine Anfrage geantwortet hätte, das ist nicht korrekt. Die Antwort erreichte die Redaktion kurz vor Redaktionsschluss und wurde eingearbeitet, der Hinweis verblieb allerdings im Artikel. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Zurich · Mario Greco · Halbjahresbilanz
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