Joachim Wenning, Vorstandsvorsitzender der Munich Re
Joachim Wenning, Vorstandsvorsitzender der Munich ReQuelle: Munich Re
Unternehmen & Management

Munich Re stabil trotz Großschäden

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Auch ein schweres Unglück in Kolumbien, wo bei einem Staudammprojekt 100.000 Menschen evakuiert werden mussten und Erdrutsche und schwere Überschwemmungen riesige Schäden verursachten, brachten die Munich Re, den weltgrößten Rückversicherer, nicht ins Wanken. Vorstandschef Joachim Wenning präsentierte bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen für das laufende Geschäftsjahr einen Nettogewinn, der sich in der oberen Hälfte der Erwartungen befinden dürfte. Sollte das zweite Halbjahr eiter "normal" verlaufen stünden damit bis zu 2,5 Mrd. Euro Gewinn zu Buche. 

Nach den ersten sechs Monaten das Geschäftsjahres 2018 konnte die Munich Re bisher einen Gewinn von 1,6 Mrd. Euro auszeichnen: "Wir hatten zwei sehr gute Quartale" fasste Finanzvorsstand Jörg Schneider die Geschäftsergebnisse knapp zusammen. Obwohl der Konzern für Großschäden rund 605 Mio. Euro auszahlen musste, was mehr als doppelt soviel war wie im Vergleichszeitraum im Vorjahr, konnte das Ergebnis durch einen Anstieg in den Bereichen Leben- und Kranken-Rückversicherung, wo man aus unrentablen Verträgen ausgestiegen war, kompensiert werden.

 

Stabil hält der Vorstand auch den weiteren Ausblick für das laufende Geschäftsjahr: Die Bruttobeiträge werden zum Ende des Jahres 2018 wohl zwischen 46 und 49 Mrd. Euro liegen, das Ergebnis nach Steuern zwischen 2,1 und 2,5 Mrd. Euro rangieren und sich die zu erwartenden Prämien bei rund 24,3 Mrd Euro einpendeln, was leicht unter dem Vorjahresniveau liegen dürfte. Nicht erfüllt haben sich die Hoffnungen der Münchener auf Preiserhöhungen in den Erneuerungsrunden zum 1. Juli. Hier konnte im Schnitt lediglich ein Zuschlag von 0,9 Prozent realisiert werden. Dennoch gelang es dem Team um Wenning, Schneider und Rückversicherungsvorstand Torsten Jeworrek das Prämienvolumen um 42 Prozent auf nunmehr 3,3 Mrd. Euro zu erhöhen.

 

Für Finanzvorstand Jörg Schneider war dieses Pressegespräch zur Vorstellung der Halbjahreszahlen eine der letzten Veranstaltungen dieser Art. Das Munich Re-Urgestein verläßt Ende des Jahres nach 18 Jahren im Vorstand das Unternehmen und übergibt sein Amt an den 43-jährigen Christoph Jurecka, der sich, als Eigengewächs und Finanzvorstand von Ergo, hier bereits zahlreiche Meriten erworben hat. Zudem war erst diese Woche bekannt geworden, dass die Munich Re ihre Geschäfts- und Anlagestrategie ändern will und ihre Investitionen im Bereich Kohle beendet.

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