Christian Mumenthaler, Vorstandsvorsitzender Swiss Re
Christian Mumenthaler, Vorstandsvorsitzender Swiss ReQuelle: Swiss Re
Schlaglicht

Swiss Re enttäuscht und bringt Lebensparte an die Börse

Von David GorrTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer hat im ersten Halbjahr nicht nur bei den verdienten Prämien, sondern auch beim Reingewinn selbst die pessimistischsten Schätzungen verfehlt. Swiss Re macht dafür neue Bilanzregeln aus den USA verantwortlich. Konzernchef Christian Mumenthaler erfreut sich indes über die Markterholung nach der schadensträchtigen Hurrikan-Saison des vergangenen Jahres und bringt einen neuen Börsengang ins Spiel.

Der Überschuss ist im ersten Halbjahr um 17 Prozent auf eine Mrd. US-Dollar (rund 867 Mio. Euro) gefallen. Das Unternehmen selber macht Anpassungen bei den Rechnungslegungsvorschriften nach US-GAAP für den Gewinnrückgang verantwortlich. Diese hatte eine Belastung von 265 Mio. Dollar im ersten Halbjahr zur Folge. Ohne die Rechnungslegungsänderung hätte der zweitgrößte Rückversicherer der Welt einen Reingewinn von 1,2 Mrd. Dollar erzielt. 

In der Sach- und Haftpflichtrückversicherung profitierte die Swiss Re vom Ausbleiben teurer Großschäden aus Naturkatastrophen. Der Gewinn der wichtigsten Sparte kletterte um 38 Prozent auf 752 Mio. Dollar. Wirbelstürme an der Südostküste der USA und verheerende Erdbeben in Mexiko schmälerten beim Rückversicherungskonzern den letztjährigen Gewinn um gut 3,6 Mrd. Dollar. Der Schaden-Kosten-Satz verbesserte sich nun von 97,4 Prozent auf 92,9 Prozent.

Neues Geld von der Börse holen

Mit der Publikation der Halbjahreszahlen kündigte Swiss Re an, dass für 2019 ein Börsengang von ReAssure geprüft wird. Man würde damit neues Geld für weiteres Wachstum in diesem Segment ins Haus holen. Swiss Re folgt dabei dem Trend vieler anderer großerer Versicherer wie Generali, Axa, Ergo oder die britische Prudential, die ihre Lebenbestände abwickeln, verkaufen oder an die Börse bringen.

ReAssure betreibt das Geschäft mit geschlossenen Lebensversicherungsbeständen in Großbritannien. Bestandteil der Strategie von Swiss Re sei, Kapitalbeteiligungen Dritter sicherzustellen, um weitere Transaktionen mit geschlossenen Beständen durchzuführen.

Auch nach dem Börsengang wolle der Rückversicherer aber auf jeden Fall bedeutender Investor bei ReAssure bleiben, heißt es. "Wir denken, das ist ein britisches Geschäft mit Vermögenswerten in Pfund und den Möglichkeiten zur Geldschöpfung in Großbritannien", sagt Finanzchef John Dacey. Angesichts der "starken Dividendenfähigkeit" sehe der Konzern dort auch entsprechendes Interesse von Investorenseite. Die Sparte verwalte derzeit rund 3,3 Millionen Policen und ein Vermögen von rund 45 Mrd. Pfund (51 Mrd. Euro), erklärt Dacey. Zum möglichen Börsenwert wollte der Finanzchef sich nicht äußern.

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