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Ist Spahns Pflegepersonalplan eine Scheinlösung?

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mehr Pfleger in Krankenhäusern. Das Bundeskabinett hat den Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gebilligt und damit einer Erhöhung der Zahl der Pflegekräfte sowohl in Altenpflegeheimen wie auch in Krankenhäusern zugestimmt. Unterstützung und Kritik kommt von Reinhard Busse, Professor für Management im Gesundheitswesen an der TU Berlin.

Die neuen Regeln sollen ab dem Januar kommenden Jahres in Kraft treten, keine Minute zu spät, sagt Busse: "Es macht Sinn, die Menge des Pflegepersonals pro Patient zu erhöhen." Studien hätten gezeigt, dass die Rate der vermeidbaren Todesfälle mit jedem Patienten sinkt, den eine Pflegekraft weniger betreuen muss. Die Rate beträgt sieben Prozent.

 

Dennoch sieht Busse das Problem an einer anderen Stelle. Gegenüber der FAZ sagte der Professor, dass weniger Patienten stationär im Krankenhaus behandelt werden sollten. In Deutschland werde nach Studienergebnissen zu häufig operiert und zu viel stationär behandelt, dennoch wäre durch diesen Mehraufwand keine Steigerung der Lebenserwartung feststellbar.

 

An dieser Stellschraube müsse zuerst gedreht werden, denn pro Kopf der Bevölkerung gemessen würden hierzulande mehr Pflegende beschäftigt als im europäischen Durchschnitt. Daher wäre der richtige Ansatz eine Reduzierung der Anzahl der Patienten im Krankenhaus.

 

Seine Idee zur Umsetzung dieses Ziels ist ein Deal zwischen Krankenhäusern und Kassen: Mehr Pflegestellen nur, wenn im Gegenzug ein doppelt so großer Effekt erzielt wird, indem weniger Patienten im Krankenhaus stationär behandelt werden. (vwh/mv)

 

Bild: Ärztin (Quelle: Tim Reckmann / www.pixelio.de / PIXELIO)

Jens Spahn · Krankenhäuser · Pflegereform · Pflegegesetz
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