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Deutscher LV-Markt? Moodys senkt den Daumen

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Ausblick für die deutsche Lebensversicherungsbranche bleibt negativ. Dire Gründe sind bekannt: Niedrigen Anlagerenditen und hohen Garantiezinsen aus Altverträgen belasten die Rentabilität. Zu dieser Einschätzung gelangt die Ratingagentur Moody's Investors Service. Der Ausblick für Schaden- und Unfallversicherer ist stabil.

Nach Ergebnissen des Berichtes Insurers -- Germany: Outlook negative for German life insurers, stable for P&C sector" profitieren die deutschen Versicherungsgesellschaften derzeit von relativ guten konjunkturellen Rahmenbedingungen. Moody's rechnet damit, dass die deutsche Wirtschaft im Jahr 2018 um 2,2 Prozent wachsen wird. Dem gegenüber steht ein "anspruchsvolles operatives Umfeld". Neben den unverändert niedrigen Zinsen, verbleibe der Wettbewerb sowohl in der Lebens- wie auch in der Schaden- und Unfallversicherung hart.

 

"Für die Bonität der deutschen Lebensversicherer bleiben die niedrigen Zinsen eine zentrale Herausforderung, da ihre Anlageportfolios größtenteils aus Rentenpapieren bestehen", erklärt Dominic Simpson, Vice President - Senior Credit Officer bei Moody's. "Selbst wenn die Zinsen weiter steigen, würden die beträchtlichen Laufzeitinkongruenzen zwischen Aktiva und Passiva die Versicherer dazu zwingen, fällig werdende Kapitalanlagen noch für geraume Zeit weiter zu niedrigeren Zinssätzen wiederanzulegen."

 

Die von den deutschen Lebensversicherern ausgewiesenen Solvenzkapitalquoten nach Solvency II seien zwar hoch, aber nicht besonders wirtschaftlich. Per Ende 2017 lag die Solvency-II-Quote im Branchendurchschnitt "bei hohen 382 Prozent". Lasse man die Maßnahmen zur Erleichterung des phasenweisen Übergangs zu Solvency II außer Acht, sinkt die Quote laut Moodys auf 250 Prozent dürfte noch weiter zurückgehen, da die Ultimate Forward Rate gesenkt wird. Die Branchenaufsicht prüfe nach wie vor die von einem Drittel der Lebensversicherer vorgelegten Maßnahmenpläne zur Kräftigung des Solvenzkapitals, was die diesbezüglichen Sorgen unterstreichen würde.

 

Im Bereich der Schaden und Unfallversicherung behält die Ratingagentur den stabilen Ausblick bei. Die moderaten Tariferhöhungen würden dafür sorgen, die Rentabilität der Gesellschaften zu stärken. Moody's geht davon aus, dass die Branche eine Schaden-Kosten-Quote von unter 100 Prozent ausweisen wird, sofern weitere übermäßig hohe Verluste aus Katastrophenereignissen ausbleiben. (vwh/mv)

 

Abonnenten von Moodys können über diesen Link auf den Bericht zugreifen:

 

Bild: Daumen (Quelle: Stephanie Hofschlaeger / www.pixelio.de / PIXELIO)

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