Tom Cruise rast im aktuellen Film ohne Helm auf dem Motorrad durch Paris
Tom Cruise rast im aktuellen Film ohne Helm auf dem Motorrad durch ParisQuelle: Vincent Fandos / flickr / Link)
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Tom Cruise – der Albtraum der Versicherer

Von David Gorr und Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Kritiker sind sich einig: Der heute anlaufende sechste Teil der Mission-Impossible-Reihe ist einer der besten. Das liegt an den hervorragend inszenierten Actionszenen, die Tom Cruise wie immer selbst ausführte und viel Streit mit seinen Versicherern hatte. Cruise sprang für einen Stunt 106-mal aus einem Flugzeug und brach sich ein Knöchel als über die Londoner Hochhausdächer lief. Viele wollen den Scientology-Anhänger nicht mehr versichern.

Noch bevor der erste Drehtag geplant und Kamera auf Position gebracht wurden, haben im Vorfeld Anbieter wie Hiscox, XL Catlin oder die Allianz die Regie übernommen. Streit mit Stars, die ihre Stunts selbst ausführen möchten, ist vorprogrammiert. Dazu gehört vor allem Tom Cruise. In seinem sechsten Einsatz als Geheimagent Ethan Hunt jagt er durch Berlin, Paris und London. In Kaschmir fliegt der Schauspieler sogar selbst einen Hubschrauber. "Mission: Impossible – Fallout" begeistert die Kritiker, weniger die Filmversicherer.

Als Cruise im Rahmen im vierten Teil an der Außenfassade des höchsten Gebäudes der Welt, dem Burj Khalifa in Dubai, persönlich hängen wollte, sprangen einige Versicherer ab. Verletzten sich Stars müssen Szenen teuer nachgedreht werden. Bei Cruise ist das anders, die Szene mit dem gebrochenen Knöchel ist im Film zu sehen.

Als größtes Risiko bei Dreharbeiten hat man bei der Deutschen FilmversicherungsGemeinschaft (DFG) Verzögerungen oder einen Drehausfall durch Krankheit oder Unfälle identifiziert. Dieser recht häufig gemeldete Schadenfall kann pro nachzuholendem Drehtag auch schon mal 80.000 Euro oder mehr kosten. Ähnlich hohe Summen lösen Schäden am Datenmaterial oder dessen Verlust aus, welche in der Postproduktion entstehen. Hier hilft ein Completion Bond bzw. eine Fertigstellungsgarantie, über das Malheur hinweg. Meist wird bei internationalen Filmproduktionen eine solche Police vereinbart.

Zur Feststellung des konkreten Tarifes haben dazu im Vorfeld Experten des Versicherers das Drehbuch und die darin ausgebreiteten Ideen sorgfältig studiert, Drehorte besucht, Vergleiche angestellt und mit einem internen Expertenteam jede Unwägbarkeit durchgespielt. Die Ergebnisse werden dann mit dem Versicherungsnehmer – meist einvernehmlich – erörtert und nicht selten führen sie auch zu Veränderungen des Drehbuches bzw. des Drehplanes.

Geht es nach Robert von Benningsen, Geschäftsführer der Deutschen FilmversicherungsGemeinschaft (DFG), lösen gerade Medienhaftpflicht-Schäden die häufigsten Versicherungsfälle aus: "Wenn die Produktionsgesellschaft zum Beispiel in einer privaten Wohnung dreht und mit einer schweren Requisite den Fußboden zerkratzt. Oder wenn im denkmalgeschützten Schloss die Beleuchtung zu nah an den Vorhängen steht und diese anfangen zu brennen. Hier sind Großschäden zwar seltener, aber selbst wenn durch sowas das ganze Schloss abbrennt, ist die Produktionsgesellschaft versichert."

Die Wahrscheinlichkeit, dass bei 400 Filmen gar nichts passiere, gehe seiner Meinung nach gegen Null. Ich würde schätzen, dass bei 400 Filmen bestimmt in über 100 Fällen eine Versicherung einen Schaden regulieren musste. Das müssen nicht jedes Mal gleich Millionen-Beträge sein, weil der berühmte Hauptdarsteller ausfällt. Es könne auch nur mal eine Kamera umfallen.

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