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Politik & Regulierung

Leiche verursacht Arbeitsunfall – ges. Unfallversicherung zahlt nicht

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Leichenbestatter ist nicht der schönste Beruf der Welt. Er kann allerdings nicht nur ästhetisch schwierig, sondern auch gesundheitsgefährdend sein, wie ein Leichenbestatter in Franken erfahren musste. Eine zahlungsunwillige gesetzliche Unfallversicherung komplementiert den kuriosen Fall.

Ein 39-Jähriger Bestatter verletzt sich, als er bei der Abholung einer Leiche diese anhob, um sie auf die Bahre zu legen. Er zog sich eine nicht unerhebliche Verletzung zu, die sich als "knackendes Geräusch" in Verbindung mit einem "brennenden Schmerz" oberhalb des Ellenbogens manifestierte. Der Mann war daraufhin vier Wochen arbeitsunfähig.

 

Normale Tätigkeit ist versichert

 

Der Sozialträger wollte die Verletzung nicht anerkennen, die Begründung ist befremdend. Es sei kein Arbeitsunfall, da es "keine äußere Einwirkung gegeben habe", zudem seien "übliche und selbstverständliche Vorgänge" nicht versichert. Der Mann legte Klage ein.

 

Jetzt entschied das Landessozialgericht Stuttgart, wenig überraschend, dass es sich bei der Verletzung um einen Arbeitsunfall handle, der Betroffene also sehr wohl beim Leichenheben unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stand. "Das Urteil gilt grundsätzlich für alle, die während der Arbeit schwere Dinge hochheben müssen", erklärte ein Gerichtssprecher laut Betriebsratspraxis24.de.

 

Weiter wurde ausgeführt, dass "ein Versicherter, der auf ausdrückliche oder stillschweigende Anordnung seines Arbeitgebers zur Ausübung seiner versicherten Tätigkeit eine derartige Kraftanstrengung unternimmt und dabei einen Gesundheitsschaden erleidet, unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehe." (vwh/mv)

gesetzliche Unfallversicherung · Arbeitsunfälle · Bestatter
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