Norbert Rollinger (Quelle: R+V)
Norbert Rollinger (Quelle: R+V)
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Rollinger: "Individualisierung ist der Feind des Versicherungsprinzips"

Die Zahlen stimmen bei der R+V. Zeit, sich über grundlegende Themen der Branche zu unterhalten: Grenzen der Digitalisierung, Datenschutz und Zukunft der Versicherung. R+V Chef Norbert Rollinger hat das getan und dabei unter anderem über das Vitality-Programm der Generali gesprochen.

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.

Der genossenschaftlich organisierte Versicherer muss wie viele Unternehmen die Balance zwischen aktuellem Geschäft und Zukunftsbereitschaft meistern, das ist nicht immer einfach. Zwar arbeitet das Unternehmen mit Insurtechs zusammen, versucht aber eine Balance zwischen heute und morgen zu finden. Digitalisierung soll nicht nur Kosten sparen, sondern neue Chancen liefern. "Wir wollen aber nicht Einsparungen in den Vordergrund heben, sondern die Möglichkeiten, aus Datenmengen neue Antworten abzuleiten“, erklärt der R+V-Chef, mahnt aber im Gespräch mit der FAZ auch an, dass manche vor lauter "Smartphone-Euphorie" vergessen würden, dass "viele Menschen noch gar nicht so weit sind.“

 

Eine Möglichkeit der angesprochenen Verbesserung zeigt eine Zusammenarbeit mit IBM und den Maltesern. Das Ziel der Kooperation ist es, eine bessere pflegerische Betreuung älterer Menschen zu gewährleisten. Sensoren helfen dabei festzustellen, ob sich die Pflegebedürftigen genug bewegen oder ausreichen trinken, auch zu Lasten des Datenschutzes. "Das ist eine Totalüberwachung; aber Fortschritt wird akzeptiert, wenn die Gegenleistung gut ist, erklärt Rollinger. Das scheint er beim Generali-Vitality-Programm nur bedingt zu sehen: "Vitality hat schon am Ast der Versicherungsbranche gesägt.“

 

Wann ist viel zu viel?

 

Die Beschäftigung mit künstlicher Intelligenz sei für die R+V wichtig, erklärt Rollinger, denn sie erlaube die Einbindung vieler Daten und eine Beschleunigung“, doch es gebe Grenzen. Viele Versicherer, insbesondere Insurtechs wollten immer mehr Daten einbinden und die Versicherung damit individualisieren. "Hier gerät das Thema in einen Konflikt zum Versicherungsprinzip. Es ist sogar dessen Feind. Wie viel Individualisierung wollen wir zulassen, fragt Rollinger stellvertretend für die Branche? (vwh/mv)

Bild: Norbert Rollinger (Quelle: R+V)

Norbert Rollinger · Digitalisierung · R+V
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