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Unternehmen & Management

Versicherer weigern sich Weinsteins Sexprozess zu zahlen

Von David GorrTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe: Die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein wiegen schwer. Sicher ist nur, dass der Rechtsstreit den ehemaligen Filmmogul teuer zu stehen kommt. Für "Krisenzeiten" hat Weinstein eine Police bei Chubb abgeschlossen. Der Versicherer macht indes vor Gericht geltend, dass die Klauseln Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens ausdrücklich nicht abdeckten. Weinstein habe "vorsätzlich schädlich" gehandelt.

Laut der jüngsten Zählung der Versicherer, die für Weinstein Haftpflichtpolicen ausgestellt haben, laufen 18 Klagen gegen den ehemaligen Filmproduzenten und sein früheres Unternehmen, die Weinstein Company. Obwohl die Versicherer die Vorwürfe nicht abdeckten, habe er wiederholt versucht, sie zum Zahlen zu bewegen. Der 66-Jährige hat in drei Fällen mutmaßlicher sexueller Übergriffe auf nicht schuldig plädiert.
Zwischen 1994 und 2018 hat Harvey Weinstein an Chubb fast 1,2 Mio. Dollar an Prämien gezahlt. Darunter ist eine Police für "Krisenzeiten" mit einer Deckungssumme von 300.000 Dollar. Weinstein beharrt darauf, dass Chubb laut dem Versicherungsvertrag die Verteidigungskosten übernehmen muss, unabhängig davon, ob die Beschuldigungen wahr oder falsch seien. Weinstein hat alle Anschuldigungen in Bezug auf nichteinvernehmlichen Sex bisher zurückgewiesen. Seine Anwälte argumentieren, dass sich die Versicherer unfairerweise auf die Seite der Frauen geschlagen haben und versuchten, ihrer Zahlungspflicht zu entgehen. Der Filmmogul hat Gegenklage gegen Chubb und ihre Zweigfirmen eingereicht - er wirft ihnen Vertragsbruch vor.

Sein Vermögen soll sich auf rund 240 bis 250 Mio. Dollar belaufen. Die von ihm und seinem Bruder 2005 gegründete Weinstein Company ist durch den Sexskandal in die Insolvenz gezwungen worden. Harvey Weinstein trat im Oktober 2017 als Geschäftsführer seines Studios zurück. Anfang Mai hatte ein Insolvenzgericht im US-Staat Delaware den Verkauf seiner Filmgesellschaft an die Vermögensverwaltungsfirma Lantern Capital erlaubt.