Politik & Regulierung

Masterplan für mehr Sprechstunden für GKV-Versicherte?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Den Worten Taten folgen lassen. Diesem Gedanken folgt Gesundheitsminister Jens Spahn, indem er die Terminvergabe von Fachärzten an Kassen- und Privatpatienten angleichen will. Das lässt er sich einiges kosten, denn umsonst ist speziell im Gesundheitssektor nichts.
Die Ärzte sollen für zusätzliche Sprechstunden besser bezahlt werden, dafür sollen die Termine gerechter zwischen den Versicherten der GKV und der PKV aufgeteilt werden, das ist das Wesentliche des Planes. Dafür sollen die Servicestellen zur Terminvergabe an Patienten ausgebaut werden sowie die Mindestsprechstundenzeiten von 20 auf 25 Stunden pro Woche angehoben werden. Bestimmte Gruppen wie Haus- und Kinderärzte, Augenärzte oder Gynäkologen müssen zudem wöchentlich mindestens fünf offene Sprechstunden ohne vorherige Terminvereinbarung anbieten, überprüfen soll das die Kassenärztliche Vereinigung.
Die gesetzlichen Kassen müssen dadurch Mehrkosten in Höhe von 500 bis 600 Millionen Euro jährlich stemmen, doch die Finanzdecke der GKV ist rund 20 Mrd. Euro dick, wie Spahn auch in diesem Fall gerne betont. Einige Medien spekulieren bereits, dass durch den Vorstoß die ab dem Jahr 2020 geplante Absenkung der Zusatzbeiträge geringer ausfallen wird, doch das ist aktuell Zukunftsmusik.
Das sie Ärzte von der Idee nicht begeistert sind, liegt auf der Hand, doch Spahn hat ein bewährtes Mittel zur Besänftigung zur Hand: Geld. Bisher ist es so, dass niedergelassene Ärzte für die Behandlung von Kassenpatienten über ein bestimmtes Budget verfügen, überschreiten sie dieses, werden nicht alle erbrachten Leistungen erstattet. Die Behandlungen in den oben genannten offenen Sprechstunden sollen künftig nicht mehr unter dieses Budget fallen, womit die Vergütung der Ärzte steigen soll. Klingt sehr bürokratisch, der GKV-Spitzenverband befürchtet zudem durch die neue Regelung eine Kostenexplosion. (vwh/mv)
Bild: Mehr Sprechstunden für GKV-Versicherte beim Arzt (Quelle: Tim Reckmann / PIXELIO)
PKV · GKV · Jens Spahn · GKV-Spitzenverban
Auch interessant
Zurück
14.02.2019VWheute
Neue Struktur: Erlaubt der Betriebsrat den Master­plan von Axa XL? Rund ein Jahr ist es her, dass Axa die XL Group für 15,3 Milliarden US-Dollar kauft…
Neue Struktur: Erlaubt der Betriebsrat den Master­plan von Axa XL?
Rund ein Jahr ist es her, dass Axa die XL Group für 15,3 Milliarden US-Dollar kaufte. Die Zusammenführung des Großunternehmens schreitet voran. Axa XL jetzt meldet, dass die Integration von Axa Corporate Solutions…
29.11.2018VWheute
Stoff-Ahnis rückt in den Vorstand des GKV-Spit­zen­ver­bandes Stefanie Stoff-Ahnis wurde einstimmig in den Vorstand des Verbandes gewählt. Sie wird am…
Stoff-Ahnis rückt in den Vorstand des GKV-Spit­zen­ver­bandes
Stefanie Stoff-Ahnis wurde einstimmig in den Vorstand des Verbandes gewählt. Sie wird am 1. Juli 2019 die Nachfolge von Johann-Magnus v. Stackelberg antreten, der dann in den Ruhestand geht.
11.10.2018VWheute
Lob & Kritik am Pfle­ge­per­sonal-Stär­kungs­ge­setzes und Stär­kung der bKV Momentan passiert viel in der Gesundheitspolitik. Der Bundesfinanzhof …
Lob & Kritik am Pfle­ge­per­sonal-Stär­kungs­ge­setzes und Stär­kung der bKV
Momentan passiert viel in der Gesundheitspolitik. Der Bundesfinanzhof erlaubt die Behandlung der arbeitgeberfinanzierten Leistungszusage bei der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) wieder als …
28.09.2018VWheute
Pfle­ge­kräf­te­be­darf im Kran­ken­haus geklärt Erstmals kann mit empirischen Daten aufgezeigt werden, wie die Pflegepersonalausstattung auf …
Pfle­ge­kräf­te­be­darf im Kran­ken­haus geklärt
Erstmals kann mit empirischen Daten aufgezeigt werden, wie die Pflegepersonalausstattung auf bestimmten Krankenhausstationen in den unterschiedlichen Schichten ist. Damit ist der Weg frei, um Pflegepersonaluntergrenzen in vier …
Weiter