Politik & Regulierung

DIA warnt vor Altersdiskriminierung

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Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) kritisiert Altersdiskriminierung in der Bundesrepublik. Laut DIA-Sprecher Dieter Weirich häuften sich Fälle von "willkürlicher Ausgrenzungen älterer Menschen" im Arbeitsleben, bei der Übernahme ehrenamtlicher Tätigkeiten oder der Bewilligung von Krediten.
Als Beispiel führte Weirich die Altersbegrenzung bei Stellenanzeigen oder Ausschreibungen  an, die ältere Menschen benachteiligen würden, obwohl sie "vom Grundgesetz her" ausgeschlossen seien. Er sprach sich auch für eine Flexibilisierung der Rente aus. Es sei aufgrund der demographischen Entwicklung nicht mehr zeitgemäß, an Tarifverträgen festzuhalten, die ein automatisches Ende der Beschäftigung mit Erreichen der Altersgrenze vorsehen. Die Große Koalition sollte nach dem Einstieg in die Flexibilisierung der Lebensarbeitszeit weitere Anreize für jene schaffen, die länger arbeiten wollten.
Es wäre interessant zu erfahren, wie das DIA zu ihren Ergebnissen kommt, denn laut einer Renten-Expertin vom der Wirtschaftsberatung PWC, Nicole Eiert, werden ältere Arbeitnehmer heute in den Unternehmen wegen ihrer Erfahrung stark geschätzt. Das wäre vor "zehn bis fünfzehn Jahren" noch anders gewesen.
Ein Problem sieht Eilers allerdings, Unternehmer würden älteren Arbeitgebern Weiterbildungen verweigern bzw. nicht anbieten, weil sie dem "Irrglauben unterliegen", dass sich das nicht lohne. Die Quote der Weiterbildungen bei den unter 55-jährigen betrage 55 Prozent, bei den älteren Arbeitnehmern lediglich 44 Prozent.
Wollten die Unternehmen von den erfahrenen Kräften profitieren, dann müssten sie auch bereit sein, in deren Weiterbildung zu investieren, erklärt die Expertin. (vwh/mv)
Bild: Rentner (Quelle: Rainer Sturm PIXELIO)
Altersgrenze · Renteneintrittsalter · DIA
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