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Euler Hermes: Gipfel des Wachstums ist überschritten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Nach mehreren Jahren des Wachstums sieht Euler Hermes erstmals wieder dunkle Wolken am Konjunkturhimmel aufziehen. So geht der Kreditversicherer zwar davon aus, dass sich das das Wachstum rund um den Globus auch 2018 und 2019 fortsetzen wird. Allerdings rechnen die Ökonomen damit, dass sich der Konjunkturzyklus seinem Ende neigt.
Die Gründe dafür sieht Euler Hermes vor allem in einem steigenden Ölpreis auf durchschnittlich 72 US-Dollar in diesem Jahr, der die Inflation in diesem Jahr noch weiter anheizen werde, den weiteren geldpolitischen Schritten der US-Notenbank FED und einer größeren Instabilität des globalen Wirtschaftssystems durch den US-Protektionismus. So erwarten die Ökonomen des Kreditversicherers in diesem Jahr ein globales Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent (gegenüber 3,2 Prozent im Jahr 2017). Für 2019 rechnet der Kreditversicherer jedoch mit einerAbschwächung des Wachstums auf nur noch 3,1 Prozent.
In den USA sieht Euler Hermes vor allem positive Wirkungen durch die Steuersenkungen, welche sowohl Unternehmen als auch Haushalten zugute kommen. Dadurch dürfte sich das Wachstum im Jahr 2018 auf 2,9 Prozent beschleunigen (gegenüber 2,3 Prozent im Jahr 2017). Um eine Überhitzung der Konjunktur zu vermeiden, wird die FED jedoch ihre Geldpolitik straffen, so die Prognose. In Europa rechnet Euler Hermes aufgrund des zunehmenden US-Protektionismus jedoch mit einem Rückgang des Wirtschaftswachstums auf 2,1 Prozent in diesem Jahr und 1,9 Prozent im Jahr 2019.
Allerdings profitiere der europäische Kontinent auch von einigen positiven Effekten, darunter weiterhin hohen Unternehmensmargen, dem Konsum durch deutliche Lohanstiege und einer expansiven Fiskalpolitik - insbesondere in Deutschland, Italien und in geringerem Umfang in Spanien.
Für den Nahen Osten rechnet Euler Hermes weiterhin mit einer Erholung der wirtschaftlichen Lage, da der niedrige Ölpreis zu einer deutlichen Haushaltskonsolidierung geführt habe. Mit der Erholung des Ölpreises verbesserten sich die Wachstumsaussichten beispielsweise in Saudi-Arabien (plus 1,7 Prozent im Jahr 2018). In Afrika dürfte der jüngste Anstieg der Rohstoffpreise nach Ansicht des Kreditversicherers einen stabilisierenden Einfluss auf die gesamte Region haben. Insgesamt erwartet Euler Hermes eine Beschleunigung des Wachstums in Afrika von 3,4 Prozent im letzten Jahr auf 3,9 Prozent in diesem Jahr und 4,3 Prozent im Jahr 2019.
"Die Abkühlung der weltweiten Konjunktur wird besonders für die stark auf den Export ausgerichteten Unternehmen in Deutschland eine Herausforderung. Sie sollten die aktuell noch sehr gute Lage nutzen, um Risiken jetzt abzusichern und geeignete Strategien zur Anpassung der geschäftlichen Tätigkeit zu entwickeln. 2018 beschleunigt sich das globale und das Wirtschaftswachstum in Deutschland sogar noch leicht. Für 2019 erwarten wir dann aber eine moderate Abschwächung der Konjunktur. Der Gipfel des Wachstums liegt dann hinter uns", kommentiert Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (vwh/td)
Bildquelle: fotoART by Thommy Weiss / PIXELIO (www.pixelio.de)
Euler Hermes · Konjunktur · Kreditversicherer
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