Politik & Regulierung

EU-Kommission verhängt Rekordstrafe gegen Google

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die EU-Kommission hat den Internet-Giganten zu einer Rekordstrafe von 4,34 Mrd. Euro verdonnert. Die Begründung: Der Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung beim Smartphone-Betriebssystem Android. Sollte der Konzern seine Praktiken innerhalb der nächsten 90 Tage nicht ändern, drohen weitere Strafen, sagte die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Mittwoch in Brüssel.
Derzeit sind allein in Europa rund 80 Prozent aller Smartphones und Tablets mit dem Betriebssystem Android ausgestattet. Weltweit sind es sogar 86 Prozent aller Geräte. Daran hat die EU-Kommission an sich zwar nichts auszusetzen. "In der Sache geht es um drei Arten von rechtswidrigen Einschränkungen, die Google Herstellern von Android-Geräten und Mobilfunknetzbetreibern auferlegt hat, um sicherzustellen, dass der Internetverkehr auf Android-Geräten über die Google-Suchmaschine läuft", begründet Vestager die Entscheidung der Kommission.
Sie wirft Google vor, den Smartphone-Herstellern und Mobilfunknetzbetreibern seit 2011 unzulässige Vorschriften für die Verwendung von Android gemacht zu haben und verlange dabei, bestimmte Google-Apps vorzuinstallieren. "Auf diese Weise hat Google Android dazu verwendet, die marktbeherrschende Stellung seiner Suchmaschine zu festigen", wird Vestager bei tagesschau.de zitiert. Der US-Konzern kündigte indes an, in Revision gehen zu wollen.
"Android hat mehr Auswahl für alle geschaffen, nicht weniger. Ein lebendiges Ökosystem, schnelle Innovation und niedrige Preise sind klassische Kennzeichen eines robusten Wettbewerbs", wird Google im Handelsblatt zitiert. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Wettbewerbshüter der EU den Internet-Riesen wegen seiner Shopping-Suche zu Strafe von rund 2,4 Mrd. Euro verurteilt.
In den vergangenen Jahren hatte die EU-Kommission bereits mehrfach Strafen in Milliardenhöhe verhängt. Bereits im Juli 2016 verhängten die europäischen Wettbewerbshüter ein Bußgeld in Höhe von 2,93 Mrd. Euro gegen die Lkw-Hersteller MAN, Volvo/Renault, Daimler, Iveco und DAF wegen des Verstoßes gegen EU-Kartellvorschriften. Allerdings wurden solch hohe Strafe bislang noch nie gegen ein einzelnes Unternehmen ausgesprochen. (vwh/td)
Bildquelle: Alexander Klaus / PIXELIO (www.pixelio.de)
Grafikquelle: Statista
EU-Kommission · Google · Android · Rekordstrafe
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