Märkte & Vertrieb

Bayerische: Impulse für die Geschäftssteuerung

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In Zeiten von Niedrigzinsen und überbordender Regulierung kommt es entscheidend auf die Ertragskraft der Schaden-/Unfall-Versicherer an. Gerade auch in Unternehmensgruppen mit Fokus auf die Lebensversicherung ist es heute von großer Bedeutung, dass auch der Schaden-/Unfallversicherer einen spürbaren Beitrag zur Konzernfinanzierung leistet und damit von strategischer Bedeutung auch für die unternehmerische Zukunft ist.
Dies bedingt, dass die eigene Kompetenz sowie die eigenen Instrumente zur Steuerung der Ertragskraft signifikant ausgebaut werden. Eine wesentliche Grundlage dabei ist die Fähigkeit, die IST-Situation richtig einschätzen und geeignete Impulse für die Geschäftssteuerung daraus ableiten zu können. Dies gelingt jedoch nur mit einer detaillierten Aufbereitung und adäquaten Darstellung der relevanten Kennzahlen wie HGB-Ergebnisse, Profitabilitätsschätzungen oder Neugeschäftszahlen. Dass solch ausgefeilte Steuerungssysteme nicht nur den Großen der Branche vorbehalten sind, zeigt "die Bayerische" (Bayerische Beamten Versicherung AG, BBV). In Zusammenarbeit mit Willis Towers Watson wurde ein umfassendes Software Tool zum Monitoring der Kennzahlen sowie zur Geschäftssteuerung entwickelt.

Zentrales Instrument für unterschiedliche Stakeholder

Der Leitgedanke im Projekt war, unterschiedlichste interne Stakeholder (wie Vorstand, Controlling, Schadenabteilung, Vertrieb, Aktuariat, etc.) mit einem einzigen System bedienen zu können. Einige der hierfür notwendigen Auswertungen – z.B. die Darstellung wesentlicher HGB-Steuerungsgrößen – existierten natürlich bisher auch schon bei der Bayerischen, allerdings hatten unterschiedliche Adressaten unterschiedliche Tools in der Anwendung. Herausfordernd war es, diese verschiedenen Sichtweisen aus diversen Auswertungsquellen mit differierenden Datengrundlagen übereinander zu legen. Überleitungsrechnungen dieser Art erforderten beachtliche Ressourcen – und so entschloss sich die Bayerische, sämtliche Auswertungen einheitlich in der Software Radar Base von Willis Towers Watson zu implementieren. Ausschlaggebend war vor allem die Möglichkeit, mit Radar Base in beliebige Detailtiefen des Portefeuilles vordringen zu können, ohne neue Analysen erstellen zu müssen.

Granulare Datenbasis erlaubt Transparenz bis in feinste Details

Als Pilotsparte wurde die Kraftfahrt gewählt, die Sparte mit dem größten Prämienanteil im Portefeuille der Bayerischen. Die Datenbasis für das heutige Modell ist umfangreich: Sie besteht aus den Einzelverträgen mit sämtlichen Risikoinformationen, ergänzt um die Schadeninformationen sowie um Planwerte. Weitere Bestandteile sind monatliche Muster zur Schadenabwicklung sowie zum monatlichen Prämienaufkommen. Darüber hinaus sorgen hochwertige Risikomodelle dafür, dass aktuariell fundierte Aussagen bezüglich der erwarteten Profitabilität getroffen werden können. Diese Modelle basieren auf einem Datenpool, der aktuariell seit nahezu zwanzig Jahren von Willis Towers Watson betreut wird.

Fazit und Ausblick

Derzeit wird die Datenbasis für die Auswertungen monatlich aktualisiert. Das System stellt also sowohl Bestands- als auch Schadeninformationen monatlich neu und in der dargestellten Granularität zusammen. Das Modell könnte auch schnell angepasst werden, um hier wöchentliche oder sogar tagesaktuelle Auswertungen zu ermöglichen. Bislang erfolgten Auswertungen in dieser Detailtiefe – und damit auch die Datenaufbereitung – bei der Bayerischen lediglich in einem jährlichen Turnus. Prozessuale Veränderungen mussten daher auch bei der Belieferung durch die IT angestoßen werden, um monatliche Aktualisierungen zu gewährleisten.
Um die beschriebene Flexibilität bzgl. des Detailgrades erfüllen zu können, müssen sämtliche Daten auf Einzelvertragsebene – und damit ohne jegliche Aggregation – bereitgestellt werden. Damit kann das Tool der Bayerischen deutlich über klassische Data-Warehouse-Auswertungen hinausgehen und ermöglicht das Monitoring sowie Portfoliomanagement und Geschäftssteuerung auf beliebiger Detailebene, von der High-Level-Gesamtsicht bis auf die Ebene eines einzelnen Vertrages.
Aktuell erweitert der Versicherer das Modell um die restlichen Sparten, so dass dann eine umfassende Sicht auf das Portefeuille des Unternehmens existiert, aus der in beliebige Details vorgedrungen werden kann. Diese Weiterentwicklung führt die Bayerische in Eigenregie durch, da seitens Willis Towers Watson bei der Erstellung des Modells mit der Pilotsparte Kraftfahrt viel Wert auf den notwendigen Know-How-Transfer gelegt wurde.
Die Bayerische hat nun ein Steuerungssystem im Einsatz, das eine detaillierte Aufbereitung und adäquate Darstellung relevanter Kennzahlen ermöglicht, um die IST-Situation richtig einschätzen und geeignete Impulse für die Geschäftssteuerung ableiten zu können.
Autoren: Martin Gräfer, Vorstandsvorsitzender der der Bayerische Beamten Versicherung AG, Christian Veit, Leiter Aktuariat Komposit der Bayerischen, und Gero Nießen, Director – Sales & Practice Leader P&C Insurance Germany bei Willis Towers Watson.
Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Versicherungswirtschaft.
Bildquelle: Rainer Sturm / PIXELIO (www.pixelio.de)
die Bayerische · Geschäftssteuerung