Unternehmen & Management

Viridium und Generali unterzeichnen Run-off-Vertrag

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Generali Deutschland und der Run-off-Spezialist Viridium haben den Verkauf der Generali Leben nun auch vertraglich unter Dach und Fach gebracht. Wie beide Unternehmen mitteilten, wurde der entsprechende Kaufvertrag mit den bekannten Details nun unterzeichnet. Die Bafin muss der Einigung hingegen noch zustimmen. Der Deal hatte für erheblichen Wirbel in der Branche gesorgt.
"Die wichtige Partnerschaft [...] wird allen unseren Stakeholdern zugutekommen. Die Vereinbarung wird die Profitabilität unseres Lebensversicherungsgeschäfts verbessern, einen kontinuierlichen erstklassigen Kundenservice garantieren und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neue Möglichkeiten bieten. Darüber hinaus wird sie zusätzliche Investitionen in unsere Strategie sicherstellen, Vorreiter bei innovativen und intelligenten Versicherungslösungen für unsere Kunden im deutschen Markt zu sein", kommentiert Giovanni Liverani, Deutschlandchef der Generali.
"Der zügige Vertragsabschluss verdeutlicht, dass Viridium und Generali Deutschland die gleichen Vorstellungen von der künftigen starken Partnerschaft für die Generali Leben haben. Die Kunden der Generali Leben können darauf vertrauen, dass ihre Verträge unverändert fortgeführt werden und sie von den Vorteilen des Übergangs auf die Viridium-Plattform profitieren. Die rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die momentan bereits den für das Neugeschäft geschlossenen Vertragsbestand der Generali Leben betreuen, wer-den auch künftig Ansprechpartner für ihre Kunden sein", ergänzt Heinz-Peter Roß, Vorstandsvorsitzender der Viridium-Gruppe.
Die Transaktion umfasst vier Millionen Verträge mit garantierten Kapitalanlagen in Höhe von 37 Mrd. Euro. Dabei sollen insgesamt 89,9 Prozent an der Generali Leben an das Unternehmen aus Neu-Isenburg bei Frankfurt gehen. Die Generali selbst behält einen Anteil von 10,1 Prozent. Hinter Viridium stehen der Finanzinvestor Cinven und die Hannover Rück. Die Gruppe verwaltet derzeit bereits drei kleinere Bestände.
Allerdings sorgt die Entscheidung in der Branche auch für erhebliche Kritik. Während der Deal für Maxpool-Chef Oliver Drewes gar einer "Bankrott-Erklärung" gleichkommt, sieht BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein darin einen "Sündenfall in der Lebensversicherung". Verdi-Versicherungsexpertin Martina Grundler fürchtet gar einen "Dammbruch, der negativ auf die Branche abstrahlen wird".
Die Finanzaufsicht selbst hat mit einem Verkauf von Lebensversicherungsbeständen hingegen scheinbar wenig Bauchschmerzen. Demnach sei ein Run-off "kein Verrat am Kunden, sondern eine legitime unternehmerische Entscheidung", betonte Bafin-Präsident Felix Hufeld. "Durch einen Unternehmensverkauf darf kein Versicherungsnehmer schlechter gestellt werden. Dies stellen wir bei Bedarf durch geeignete Maßnahmen sicher", erläuterte zudem der Exekutivdirektor der Versicherungsaufsicht, Frank Grund..
Der Verkauf der Altbestände ist Teil eines grundlegenden Umbaus der Generali Deutschland. (vwh/td)
Bildquelle: Alexander Klaus / PIXELIO (www.pixelio.de)
Generali Deutschland · Run-off · Viridium · Generali Leben
Auch interessant
Zurück
15.05.2019VWheute
MLP verlän­gert Vertrag mit Vorstand Manfred Bauer Der Aufsichtsrat von MLP hat den Vertrag mit Vorstand Manfred Bauer einstimmig um fünf Jahre …
MLP verlän­gert Vertrag mit Vorstand Manfred Bauer
Der Aufsichtsrat von MLP hat den Vertrag mit Vorstand Manfred Bauer einstimmig um fünf Jahre bis 2025 verlängert. Der 57-Jährige gehört dem Gremium seit 2010 an und verantwortet das Ressort Produkte & Services.
23.01.2019VWheute
GDV zum Aachener Vertrag: "Ausbau und die Vertie­fung der Zusam­men­ar­beit ist eine logi­sche Konse­quenz" Mehr als 50 Jahre nach dem historischen …
GDV zum Aachener Vertrag: "Ausbau und die Vertie­fung der Zusam­men­ar­beit ist eine logi­sche Konse­quenz"
Mehr als 50 Jahre nach dem historischen Élysée-Vertrag zwischen Deutschland und Frankreich wollen beide Länder ihre Beziehungen wieder ein wenig auffrischen. Mit dem …
10.09.2018VWheute
GKV und DKG unter­zeichnen Finan­zie­rungs­ver­ein­ba­rung für die Tele­ma­tik­in­fra­struktur der Kran­ken­häuser Der GKV-Spitzenverband und die …
GKV und DKG unter­zeichnen Finan­zie­rungs­ver­ein­ba­rung für die Tele­ma­tik­in­fra­struktur der Kran­ken­häuser
Der GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) haben sich auf eine Finanzierungsvereinbarung für die Ausstattungs- und Betriebskosten im …
15.02.2018VWheute
CRM-Soft­ware für Makler: Worauf kommt es an? Digitales Kontaktmanagement ist nicht nur in den Zentralen großer Versicherungen alltäglich - auch immer…
CRM-Soft­ware für Makler: Worauf kommt es an?
Digitales Kontaktmanagement ist nicht nur in den Zentralen großer Versicherungen alltäglich - auch immer mehr Versicherungsmakler setzen auf CRM-Software. Die Anforderungen von kleinen Agenturen und Selbstständigen sind jedoch andere …
Weiter