Politik & Regulierung

Weniger Verkehrstote auf Deutschlands Straßen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Im vergangenen Jahr sind auf Deutschlands Straßen insgesamt 3.180 Menschen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes entspricht dies einem Rückgang von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf den niedrigsten Stand seit 60 Jahre. Allerdings war jeder achte Verkehrstote war auf dem Rad unterwegs.
So registrierte die Polizei nach Angaben der Statistiker im letzten Jahr insgesamt 2.643.098 Verkehrsunfälle. Dies sind rund 2,2 Prozent mehr als Vorjahreszeitraum (2016: 2.585.327). Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden ging hingegen um 1,8 Prozent auf 302.656 (2016: 308.145) zurück. Insgesamt verunglückten dabei 393.492 Menschen (2016: 399.872), davon 3.180 tödlich. Im Jahr 2016 waren noch 3.206 Verkehrstote zu beklagen. "Dennoch gibt es keinen Grund zur Entwarnung – bei täglich etwa 7.200 polizeilich erfassten Verkehrsunfällen, knapp 1.100 Verletzten und fast neun Todesopfern im Straßenverkehr", betont Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes
Zu den Hauptunfallursachen zählten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie beim Ein- und Anfahren (16 Prozent). Am zweithäufigsten wurde die Vorfahrt beziehungsweise der Vorrang anderer Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer missachtet (15 Prozent). Oft wurde auch der Abstand nicht eingehalten (14 Prozent) beziehungsweise die Geschwindigkeit nicht angepasst (zwölf Prozent).
Zudem kamen 2017 insgesamt kamen 1.077 Menschen bei Geschwindigkeitsunfällen ums Leben, 60.079 wurden verletzt. Damit starb mehr als jeder Dritte (34 Prozent) aller im Straßenverkehr Getöteten bei Unfällen aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit. Ebenfalls fatale Folgen hatten im vergangenen Jahr die Unfälle nach Alkoholkonsum. Dabei kamen 231 Menschen ums Leben, 4.531 wurden dabei schwer verletzt.
Gleichzeitig konstatieren die Statistiker auch deutliche regionale Unterschiede beim Unfallgeschehen auf Deutschlands Straßen. In Baden-Württemberg, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, im Saarland
und in Thüringen gab es im Jahr 2017 mehr Verkehrstote als im Vorjahr. In Bremen blieb die Zahl der Getöteten unverändert. In den übrigen Bundesländern kamen weniger Personen im Straßenverkehr zu Tode, heißt es beim Statistischen Bundesamt.
Überdurchschnittlich hoch war das Risiko eines Verkehrsunfalles demnach in Bremen (579 Verunglückte je 100.000 Einwohner), Schleswig-Holstein (564) sowie in Bayern und Niedersachsen (jeweils 543). Den niedrigsten Wert hatte Thüringen mit 405 Verunglückten je 100.000 Einwohner, gefolgt von Sachen (428) und Mecklenburg-Vorpommern mit 428 Verunglückten.
Zu einem nicht unerheblichen Verkehrsrisiko entwickeln sich dabei allem Anschein nach auch die sogenannten Pedelcs. So gab es im Jahr 2017 gab es bereits 5206 Unfälle mit 68 Getöteten und 5.047 Verletzten auf Pedelecs. Zum Vergleich: Bei der ersten statistischen Erfassung im Jahr verzeichneten die Statistiker noch 2.245 Pedelec-Unfälle mit 39 Toten und 2.184 Verletzten. Angesichtsdieser Zahlen schlägt die EU-Kommission nun eine Versicherungspflicht für Elektrofahrräder vor, ganz unabhängig davon, wie schnell sie fahren können.
Die Radfahrverbände laufen dagegen jedenfalls Sturm: "Mit ihrem Vorschlag versucht die EU-Kommission, Millionen von E-Bike-Fahrern zu kriminalisieren", heißt es bei European Cyclists Federation. Allerdings: "In Deutschland fallen Modelle, die schneller als 25 Stundenkilometer fahren und deren Motor auch ohne Treten arbeitet, in dieselbe Kategorie wie Mopeds. Sie gelten als Kleinkrafträder und unterliegen deshalb ohnehin schon jetzt der Versicherungspflicht", wird der Versicherungs- und Verkehrsrechtler Michael Burmann in der Süddeutschen Zeitung zitiert. (vwh/td)
Bildquelle: Allianz
Destatis · Verkehrsunfälle · Verkehrstote · Pedelecs
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