Köpfe & Positionen

Ohne D&O geht es heute nicht mehr

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Schlaglichtartig hat die Verhaftung des Audi-Vorstandschefs Rupert Stadler den Blick auch weiterer Teile der Öffentlichkeit auf das Thema Managerhaftung und D&O gelenkt. Wenn Stadler gut beraten war, dann sollte sich zumindest der finanzielle Schaden für den Manager einigermaßen in Grenzen halten, auch wenn das Renommée erst einmal gelitten hat.
Kein Wunder also, wenn beim 17. Bayerischen Mittelstandstag das Thema "D&O: Managerhaftung und Versicherungsschutz - aktuelle Trends in der Schadenbearbeitung" auf großes Interesse stieß. Seit 1887 gilt nach Paragraph 241 und 249 HGB Absatz 1: Die Mitglieder des Vorstandes (Aufsichtsrats) haben bei der Erfüllung ihrer Obliegenheiten die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns anzuwenden und weiter: Mitglieder, die ihre Obliegenheiten verletzen, haften der Gesellschaft (mit den Vorstandsmitgliedern) als Gesamtschuldner für den daraus entstehenden Schaden. Keine leichte Aufgabe, denn heute hat ein Geschäftsführer rund 84.000 Vorschriften zum Thema Umweltrecht, Steuerrecht, Arbeitsrecht usw. und so fort zu beachten.
Dies kann kaum ein einzelner Manager alles auf dem Schrim haben und schließt deshalb, so er gut beraten ist, eine D&O Managerhaftung mit Versicherungsschutz ab. Spätestens wenn er in Ungnade gefallen ist, oder sich die Insovenz nicht mehr vermeiden läßt ist eine D&O mehr als hilfreich, schließlich betreffen Insolvenzen allein ein Drittel aller D&O Fälle, wie Wolfram Desch, Rechtsanwalt und Partner bei Graf von Westphalen, in seinem Vortrag zum Umfang des Versicherungsschutzes in der D&O Versicherung erläuterte.
Und nah an einer Insolvenz sind mehr Unternehmen, auch gesunde, als gemeinhin bekannt. Denn gemessen an der aktuellen Rechtsprechung sind Firmen bereits schon dann von Insolvenz bedroht, wenn ein Monatsumsatz aus unvorhersehbaren Gründen ausfällt und die Bilanz ohnehin "auf Kante" genäht wurde. Auch wenn in vielen Fällen ein außergerichtlicher Vergleich geschlossen werden kann, verschlingen doch die Anwaltskosten meist mehr als 50 Prozent der Versicherungsleistungen. Dabei sind in die Leistungen der D&O in den letzten Jahren deutlich ausgedehnt worden und umfassen heute auch nachrangige Managerebenen oder herausgehobene Positionen mit großem Verantwortungsbereichen. Mittlerweile sprechen Experten hier sogar schon von einer All Risk Deckung.
Wie sich die Praxis heute darstellt, wie die Durchdringung von D&O Policen auf dem bundesdeutschen Markt ist und wie sich das Produkt im Laufe der Jahre verändert hat, erläutert Wolfram Desch im Videointerview mit VWheuteTV:
(vwh/ak)
Bild: Gut besucht war der Vortrag zum Thema Managerhaftung auf dem 17. Bayerischen Mittelstandstag in der BMW Welt in München. (Quelle: Alexander Kaspar)
D&O · Wolfran Desch