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Lloyd’s startet Online-Partnerbörse

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Lloyd's of London startet eine Vermittlungswebsite für Broker – not romatic, all business. Die "matching site" soll es Brokern einfacher machen, geschäftlich zueinander zu finden. Es ist nicht der erste Schritt der englischen Versicherungsbörse, das Geschäft Richtung Technik und Zukunft auszurichten. Zudem will der Versicherungsmarkt damit die Verwaltungskosten senken.
Die im nächsten Jahr scheidende Chefin Inga Beale hat die altehrwürdige insurance- institution auf die Entwicklungen des modernen Versicherungsmarktes ausgerichtet. Das neuste Projekt ist da nur die konsequente Weiterführung des eingeschlagenen Weges.
Der Name der Vermittlungsseite lautet "Lloyd’s Bridge" und setzt Lloyd’s cover-holders, Brokers oder Versicherer weltweit in die Lage "Lloyd's Insurance" anzubieten und auf die Dienstleistungen der über angeschlossenen Unternehmen und Dienstleister zuzugreifen. Auf dem Versicherungsmarkt Lloyd's mit seinen 85 Syndikaten wurden im vergangenen Jahr umgerechnet 38,4 Mrd. Euro an Prämien gezeichnet, 14 Prozent des Geschäfts zeichnen die syndicates von Lloyd's in Kontinentaleuropa. Diese syndicates können über die Seite auch cover-holders finden, um ihre Policen zu verkaufen.
"Lloyd's Bridge" wird ähnlich arbeiten wie Airbnb oder Dating-Websites und soll die Vertriebskosten des Unternehmens senken, wie Lloyd's Chairman Bruce Carnegie-Brown erklärte. Den Zweck des neuen Geschäfts erklärt Brown folgendermaßen: "At the moment, the distribution chain can be quite extended - that imposes costs and inefficiency on the way we do things. The site is a way for us to reach small, more regional, brokers and underwriters in international markets."
Brexitflucht und technische Neuausrichtung
Lloyd's wird wohl am 1. Januar 2019 eine Tochtergesellschaft in Brüssel starten, wohl vor allen Wegen dem Brexit. Bereits im März hatte die Börse alle Zeichnungsbevollmächtigten benachrichtigt, kontinentaleuropäisches Geschäft für das Jahr 2019 ausschließlich in Brüssel einzureichen. Zudem soll zum Ende des Jahres ein Innovation Laber öffnet werden. Beale möchte in dem Lab die Erforschung von Data Analytics und künstlicher Intelligenz vorantreiben. Das Ziel des Ganzen ist eine bessere Risikoeinschätzung.
Das wichtigste Feld bei Lloyd's ist die Abkehr vom Papier und das Digitalisieren. Das neue Ziel-Modell (Target Operating Model, kurz TOM) steht dabei besonders im Fokus von. Shirine Khoury-Haq, COO von Lloyd's, und Inga Beale, die die Modernisierung energisch vorantreiben, nicht ohne auf Widerstände zu stoßen. Die neu geschaffene Placing Platform Limited (PPL) beispielsweise soll die Platzierung von Geschäft durch Makler bei den Syndikaten vereinfachen.
Mehr zum Thema Umbau bei Lloyd's finden Sie in einem aktuellen Beitrag der Versicherungswirtschaft. (vwh/mv)
Bild und Quelle: Lloyd's
 
Lloyd's · Digitalisierung · Inga Beale
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