Politik & Regulierung

Schneeballsystem dekonstruiert: Infinus-Manager müssen ins Gefängnis

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Einer der größten Finanzskandale Deutschlands geht mit langjährigen Haftstrafen zu Ende. Heute wurden vor dem Landesgericht Dresden mehrere Manager des Finanzdienstleisters Infinus zu teilweise hohen Haftstrafen verurteilt. Damit endet einer der bedeutendsten und umfangreichsten Prozesse zum Thema Anlagebetrug in der deutschen Geschichte.
Angeklagt waren der Gründer des Mutterkonzerns Future Business (Fubus) und Ex-Infinus-Boss sowie vier ehemalige Manager. Der Vorwurf lautet gewerbsmäßiger Bandenbetrugs im besonders schweren Fall sowie Kapitalanlagebetrug. Das Gericht sah die Vorwürfe als erwiesen an.
Die zuständige Wirtschaftsstrafkammer verhängte gegen den Gründer und die ehemaligen Führungskräfte des größtenteils insolventen Unternehmens Strafen zwischen acht Jahren sowie fünf Jahren und vier Monaten. Ein weiterer früherer Mitarbeiter muss wegen Beihilfe für viereinhalb Jahren ins Gefängnis.
Die Verurteilten hätten ein "Schneeballsystem" mit zu hohen Renditeversprechen eingerichtet und damit etwa 22.000 Anleger um rund 312 Millionen Euro betrogen. Einige Medien rechnen damit, dass die Manager geschlossen in Berufung gehen werden, hatten ihre Verteidiger doch auf Freispruch plädiert.
Der Fall beschäftigt die Justiz bereits seit sechs Jahren, seitdem Bafin und Bundesbank die Ermittlungen mit Hinweisen wohl entscheidend beeinflussten. Im Jahr 2013 erfolgten die ersten Festnahmen.
Was das Urteil jetzt hafttechnisch genau bedeutet, ist derzeit unklar, befinden sich doch seit Mitte 2016 alle Beschuldigten gegen Auflagen und Kaution auf freiem Fuß. (vwh/mv)
Prozess · Betrug · Infinus · Gericht · Haft
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