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Millionenschaden wegen gepanschter Medikamente

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ein Apotheker aus Bottrop ist am Freitag wegen gepanschter Krebsmedikamente zu einer Haftstrafe von zwölf Jahren und einem lebenslangen Berufsverbot verurteilt worden. Das Landgericht Essen sah es als erwiesen an, dass der Mann die Arzneimittel künstlich gestreckt und damit bereichert haben soll. Die Schadensumme durch die unterdosierten Mittel soll bei rund 17 Mio. Euro liegen.
Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine Haftstrafe von 13,5 Jahren gefordert. Die Juristen sahen es dabei als erwiesen an, dass der beschuldigte Apotheker der Herstellung von Krebsmedikamenten die volle Wirkstoffdosis abgerechnet, aber nur eine geringere Dosis verwendet hat.
Damit habe sich der Angeklagte auf Kosten von Menschen bereichert und die Krankenkassen um mehr als 50 Mio. Euro geprellt. "Und das zur Fortsetzung seines luxuriösen Lebensstils – zum Beispiel zum Bau einer Villa mit Wasserrutsche", wird Staatsanwalt Rudolf Jakubowski bei Zeit Online kritisiert.
Das Gericht folgte schließlich in weiten Teilen dem Antrag der Staatsanwaltschaft. "Er hat davon profitiert, es lag in seinem kriminellen Interesse. Denn was die Mitarbeiter machten, konnten sie nicht ohne sein Wissen und seine Billigung. Er hatte die volle Kontrolle. Es ist ganz schlicht Habgier", begründete der Vorsitzende der XXI. Essener Wirtschaftsstrafkammer das Urteil.
Harsche Kritik gab es allerdings auch an der Apothekenaufsicht, denen das Gericht ein "Behördenversagen" vorwarf. "Die Verantwortung war so aufgeteilt, dass niemand sie trägt", konstatierte der vorsitzende Richter weiter. Die meisten Nebenklägerinnen zeigten sich im Anschluss an die Verhandlung zufrieden mit der Entscheidung des Gerichts. (vwh/td)
Bildquelle: I.-Rasche / PIXELIO (www.pixelio.de)
Medikamente · Apotheke · Landgericht Essen
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