Köpfe & Positionen

Liverani: Run-off ist "Blaupause für den gesamten Markt"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Verkauf der Generali Leben an Viridium gilt als bislang größter Deal in der Geschichte der deutschen Versicherungsbranche. Während die Entscheidung bei Verbraucherschützern für Kritik und Politikern für Skepsis sorgt, sieht Deutschland-Chef Giovanni Liverani darin vielmehr eine wegweisende Entscheidung für die gesamte Branche.
"Ich glaube, dass unsere Lösung eine Blaupause für den gesamten Markt werden könnte. Denn das Problem von sinkenden Prämienvolumen und steigenden Verwaltungsgebühren haben viele Versicherer in Deutschland", betont Liverani im Interview mit dem Handelsblatt.
Dabei glaubt der Generali-Manager nicht daran, dass die Finanzaufseher der Bafin den Verkauf noch kippen könnten. "Ich bin mir sicher, dass wir Bedenken der Bafin, wenn es diese geben sollte, ausräumen können. Und wir begrüßen es, dass die Bafin sich den Verkauf genau ansieht. Wie gesagt, wir wissen, dass dies ein emotionales Thema ist. Wir wollen deshalb zuhören und mit allen Beteiligten so lange sprechen, bis sie überzeugt sind".
Für die Generali selbst sieht Liverani im Verkauf einen fundamentalen "Schritt bei der strategischen Neuausrichtung. Die Lebensversicherungs-Altverträge – unter anderem von der ehemaligen Volksfürsorge und Deutscher Lloyd – haben die Bilanz sehr belastet. Unsere Solvenzquote wird durch den Verkauf nun insgesamt um 43 Prozent steigen."
Eine vollständige Trennung wolle man hingegen nicht. "Das Zauberwort heißt Begleitung. Wir wollen die Entwicklung des Geschäfts bei Generali Leben weiter begleiten und haben deshalb auch eine Option, uns mit zehn Prozent an Viridium zu beteiligen. Ich bin überzeugt, dass wenn wir uns das Thema rational ansehen, wir es hier mit einer Win-Win-Situation zu haben. Denn bei großen Abwicklungsplattformen sind viele Altbestände auf mittlere und lange Sicht einfach besser aufgehoben", glaubt der Generali-Manager.
"Wir begrüßen es deshalb, dass die Finanzaufsicht Bafin sich den Deal genau ansehen wird. Denn wir kennen die Vorbehalte und möchte diese ausräumen. Keinem Kunden und keinem Mitarbeiter werden durch den Verkauf Einbußen entstehen", ergänzt Liverani. (vwh/td)
Bild: Giovanni Liverani (Quelle: Generali)
Generali · Run-off · Giovanni Liverani
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