Märkte & Vertrieb

Studie: Globale Versicherungsprämien steigen dank China

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Laut der Sigma-Studie von Swiss Re hat sich die Expansion des Gesamtprämienvolumens von 2,2 Prozent im Jahr 2016 auf 1,5 Prozent reduziert. Die weltweiten Prämien stiegen 2017 im Lebensektor auf 2,7 Billionen Dollar und im Nichtlebensektor auf 2,2 Billionen Dollar an. Sowohl im Lebensektor als auch im Nichtlebensektor verlangsamte sich das Wachstum, vor allem in den USA oder Westeuropa. Die Schwellenländer wachsen dagegen zweistellig.
Die Versicherungsmärkte in den Schwellenländern übertreffen seit Jahrzehnten die Entwicklung der jeweiligen Volkswirtschaften, was der gegenwärtig geringen Versicherungsdurchdringung zugeschrieben wird. In diesen Märkten steigen die Einkommen, Umsätze und Vermögen von Privatpersonen und Unternehmen, was sich wiederum positiv auf die Versicherungsnachfrage auswirkt.
In den Schwellenländern stiegen die Lebenprämien 2017 um 14 Prozent und die Nichtlebenprämien um 6,1 Prozent. Die Nichtlebenprämien legten 2017 weiter solide zu, wenn auch etwas langsamer als in der Vergangenheit. Die Verlangsamung des Wachstums in den Schwellenländern ging vor allem auf China zurück, wo sich die Expansionsrate halbierte, aber immer noch bei soliden 10 Prozent lag. Der chinesische Lebensektor ist laut der Studie 2017 um 21 Prozent gestiegen und liegt damit deutlich über seinem Zehnjahresdurchschnitt von 14 Prozent. China ist inzwischen weltweit der zweitgrößte Lebensversicherungsmarkt nach den USA und stellt mehr als die Hälfte der in den Schwellenländern bzw. elf Prozent der weltweit gebuchten Prämien im Lebengeschäft dar.
Das Prämienwachstum im Nichtlebensektor der entwickelten Märkte verharrte mit 1,9 Prozent in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. In den US  A profitierte die Nichtlebensparte von höheren Prämiensätzen in der Motorfahrzeugversicherung, die Preise für Gewerbeversicherungen blieben jedoch weiterhin unter Druck. Die Lebensversicherungsprämien in entwickelten Märkten, die im Jahr 2017 um 2,7 Prozent zurückgingen, waren die Hauptursache für das schleppende weltweite Wachstum.
Das Lebensversicherungsgeschäft in Nordamerika ging durch angebotsseitige Faktoren um 3,5 Prozent zurück, da sich einige Akteure (etwa Anbieter von variabel verzinsten Rentenverträgen) aus diesem Geschäftsfeld zurückzogen. In den entwickelten asiatischen Märkten, die um 2,1 Prozent nachgaben, haben Erwartungen von sinkenden Preisen für Todesfallprodukte den Abschluss von Lebensversicherungen in Japan verlangsamt.
Der Lebensektor in den entwickelten Märkten konnte sich noch nicht von der Finanzkrise im Jahr 2008 erholen. Das schlechte wirtschaftliche Umfeld, stagnierende Löhne in Verbindung mit niedrigen Zinsen sowie Änderungen bei den Solvabilitätsregelungen haben kapitalbildende Produkte mit Zinsgarantien sowohl für Verbraucher als auch für Lebensversicherer unattraktiv gemacht. (vwh/dg)
Bildquelle: Fotolia
Swiss Re · Rückversicherer · sigma-Studie · Versicherungsprämien
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