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KMPG: Wirtschaftskriminalität in Deutschland nimmt zu

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die deutschen Unternehmen sind zunehmend Angriffen von außen ausgesetzt. So war bereits jedes dritte Unternehmen in Deutschland (32 Prozent) in den letzten beiden Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalität. Allerdings ist die Angst davor noch deutlich größer. Vier von fünf Unternehmen (81 Prozent) sehen generell ein hohes bis sehr hohes Risiko, heißt es in einer neuen Studie von KPMG.
Häufigste Delikte sind demnach Betrug und Untreue (58 Prozent), was einen deutlichen Anstieg um 13 Prozentpunkte gegenüber der letzten Befragung 2016 bedeutet. Dabei sind vor allem große Unternehmen mit einem Anteil von (73 Prozent) besonders stark davon betroffen. Diebstahl und Unterschlagung trifft im Schnitt 40 Prozent der Unternehmen. Aber auch Datendelikte sind weiter auf dem Vormarsch: Inzwischen habe es schon jedes dritte befragte Unternehmen (31 Prozent) erwischt, vor zwei Jahren war es noch jedes vierte (24 Prozent), heißt es in der Studie "Wirtschaftskriminalität in Deutschland 2018", für die im Auftrag von KPMG 702 repräsentativ nach Branche, Mitarbeiterzahl und Umsatz ausgewählte Unternehmen zu ihren Erfahrungen im Bereich Wirtschaftskriminalität befragt wurden.
Mehr als die Hälfte aller Delikte - nämlich 51 Prozent - kommt allerdings eher zufällig ans Licht, heißt es in KPMG-Studie weiter. Vor zwei Jahren waren es noch 39 Prozent. Vor allem bei kleinen Unternehmen hat die zufällige Entdeckung wirtschaftskrimineller Delikte noch drastisch zugenommen. Allerdings werden zwei Drittel (61 Prozent der Delikte) durch Unternehmensmitarbeiter aufgedeckt. Entscheidender Grund dafür ist ein Hinweisgebersystem zur Meldung von Verdachtsfällen, über das bereits 66 Prozent aller Firmen verfügen. In der Finanzbranche trifft dies sogar auf 95 Prozent zu.
Die Mehrzahl der Täter (61 Prozent) kommt dabei laut KPMG-Studie mittlerweile von außen. Bei Datendelikten ist der Anteil externer Täter sogar überdeutlich 30 Prozent auf 76 Prozent gestiegen. Besonders Geldwäschedelikte werden in fast allen Fällen (98 Prozent) von externen Tätern verübt. Hinter dem Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen stecken mit 79 Prozent interne Täter, bei Diebstahl und Unterschlagung liegt der Anteil der internen Täter bei 75 Prozent. (vwh/td)
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch das jüngste Lagebild des Bundeskriminalamtes (BKA). So verzeichneten die Ermittler mit insgesamt 74.070 registrierten Fällen im Jahr 2017 einen deutlichen Anstieg von 28,7 Prozent (2016: 57.546 Fälle). Die Fallzahl liegt deutlich über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre (65.484 Fälle). Gleichzeitig stieg auch die Schadenssumme deutlich um 25,9 Prozent auf rund 3,74 Mrd. Euro (2016: 2,97 Mrd. Euro)
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