Köpfe & Positionen

"Klassische Rentenversicherungen sind für Altersvorsorge nicht geeignet"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Verkauf von klassischen Rentenversicherungen scheint nach Ansicht von Rogier Minderhout, Geschäftsführer des InsurTechs myPension, kein großer Segen zu sein. "Für eine erfolgreiche Altersvorsorge, die den Lebensstandard im Alter sichert, sind die Produkte nicht geeignet", konstatiert der Manager. Die Gründe dafür sieht er vor allem in der Fehlkonstruktion des Systems des Deckungsstocks.
Das Problem: Jeder Versicherer verwaltet das Geld im Deckungsstock und erzielt damit eine Rendite, die zum Teil garantiert ist, zum Teil als Überschussbeteiligung ins Kapital einfließt. "Angesichts der niedrigen Zinsen aber gibt es seit Langem keine guten Jahre mehr. Die Rücklagen schmelzen also dramatisch ab. Das heißt, die Versicherer verteilen das Geld um." Die Kernkompetenz der Versicherer sei es zudem, "Risiken über ein Kollektiv abzusichern, die für das Individuum nicht tragbar sind. Das kann bei der Geldanlage aber nicht gelingen".
Einen weiteren Kritikpunkt sieht Minderhout in der jüngsten Entscheidung des BGH zu den Bewertungsreserven. "Das bedeutet, dass Kunden nicht die Überschussbeteiligung bekommen, auf die sie eigentlich Anrecht habe. Das bedeutet, dass Kunden nicht die Überschussbeteiligung bekommen, auf die sie eigentlich Anrecht haben. Das ist angesichts der Niedrigzinsen und einer Aktienquote von gerade einmal 4,4 Prozent auch nicht verwunderlich", moniert Minderhout. (vwh/td)
Bild: Rogier Minderhout, Geschäftsführer des InsurTechs myPension Altersvorsorge GmbH (Quelle: myPension)
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