Köpfe & Positionen

GDV: Kunden haben von Generali-Deal nichts zu befürchten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Anders als Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten (BdV) hält Peter Schwark, Geschäftsleitungsmitglied und Altersvorsorgeexperte des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), den Verkauf eines Großteils des Generali-Lebensversicherungsgeschäfts an die Abwicklungsplattform Viridium für unbedenklich.
Zwar seien Run-offs für die Branche natürlich ein Thema und die Unternehmen seien sehr bemüht darüber mit betroffenen Kunden aktiv zu kommunizieren, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Letztlich hätten Kunden allerdings nichts zu befürchten, da durch den Übergang der Bestände das Leistungsversprechen in vollem Umfang aufrechterhalten werde. “Es gelten weiterhin deutsche Gesetze und Regularien“, betonte er.
"Die Unternehmen stehen unter deutscher Aufsicht. An diesem Rahmen ändert sich nichts." Letztlich würden die Unternehmen selbst entscheiden, wie sie mit veränderten Marktbedingungen umgehen – immer die Zustimmung der Bafin vorausgesetzt.
Im Übrigen gebe es bei Lebens- und Rentenversicherungsverträgen mit Laufzeiten von 50 Jahren und mehr immer Umschichtungen innerhalb von Unternehmen. Nicht wenige der betroffenen Generali-Kunden hätten ihre Verträge ursprünglich bei anderen Unternehmen abgeschlossen. Veränderungen seien nichts Besonderes.

Deutliche Kritik an der Bafin

Der BdV hingegen will den Verkauf genau beobachten, um dann gegebenenfalls für die Versicherten rechtliche Prüfungen vorzunehmen. "Es wird noch etwas dauern, bis die genauen Folgen des Generali-Deals deutlich werden. Wir stehen bereit, dann mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln für die Rechte der Betroffenen zu kämpfen", erklärt Vorstandssprecher Kleinlein.
Da bekannt sei, dass Viridium deutlich kleiner ist als der zu übertragende Bestand, und Viridium zudem auffällig hohe Beschwerdequoten hat sowie mit IT-Problemen kämpft, kritisiert Kleinlein auch die Bafin: "Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Aufsichtsbehörde einem solchen Deal grünes Licht gibt", so Kleinlein. (epo)
GDV · Peter Schwark
Auch interessant
Zurück
09.08.2019VWheute
Hannover Rück mit starkem Gewinn dank Gene­rali-Deal Hannover Rück ist an Viridium beteiligt und profitierte daher von der Abwicklung des …
Hannover Rück mit starkem Gewinn dank Gene­rali-Deal
Hannover Rück ist an Viridium beteiligt und profitierte daher von der Abwicklung des Lebensversicherers Generali Leben. Es wurden stille Reserven aufgelöst, die bei dem Rückversicherer zu einem Sondergewinn führten. Der …
01.08.2019VWheute
Brexit: Johnson nimmt No-Deal in Kauf - Londoner Versi­cherer sind empört Noch drei Monate bis zum Brexit. Die neue britische Regierung von …
Brexit: Johnson nimmt No-Deal in Kauf - Londoner Versi­cherer sind empört
Noch drei Monate bis zum Brexit. Die neue britische Regierung von Premierminister Boris Johnson wappnet sich konkret für einen ungeregelten EU-Ausstieg und die Folgen des von der Wirtschaft …
30.07.2019VWheute
Run-off-Deal zwischen Sovag und Axa ist geplatzt Der Run-off-Deal zwischen der Schwarzmeer- und Ostsee Versicherungs-AG (Sovag) und der …
Run-off-Deal zwischen Sovag und Axa ist geplatzt
Der Run-off-Deal zwischen der Schwarzmeer- und Ostsee Versicherungs-AG (Sovag) und der Axa-Tochter Axa Liabilities Manager (Axa LM) ist geplatzt. Medienberichten zufolge muss sich der Hamburger Sach- und Transportversicherer …
03.07.2019VWheute
Banken und Versi­cherer befürchten die meisten Jobein­bußen durch digi­talen Wandel In der Finanzindustrie sind die Befürchtungen vor einem Jobverlust…
Banken und Versi­cherer befürchten die meisten Jobein­bußen durch digi­talen Wandel
In der Finanzindustrie sind die Befürchtungen vor einem Jobverlust durch den digitalen Wandel am größten. So schätzen 67 Prozent der Entscheider in Finanzdienstleistungsunternehmen, dass …
Weiter