Märkte & Vertrieb

Stornovolumen von Lebensversicherungen ist gestiegen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Im Jahr 2017 wurden Lebensversicherungen im Wert von rund 12,7 Mrd. Euro storniert. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Stornovolumen um 2,4 Prozent gestiegen. Demgegenüber ist die Stornoquote gemessen an der Zahl der Verträge von 2,82 Prozent auf 2,65 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt der Marktführer im Zweitmarkt für Lebensversicherungen, Policen Direkt.
Allerdings deute die gesunkene Stornoquote in Bezug auf die Zahl der Verträge deutet darauf hin, dass hier gerade ältere und größere Verträge unnötigerweise gekündigt wurden, obwohl sie 2017 auf dem Zweitmarkt mit hohem Gewinn hätten verkauft werden können, heißt es weiter. Und dennoch: "Die Stimmung auf dem Zweitmarkt ist sehr gut. Denn die Unternehmen konnten ihr Ankaufsvolumen im Vergleich zum Vorjahr konstant halten. Der Bekanntheitsgrad des Zweitmarktes ist dennoch immer noch ausbaufähig. Dabei leisten wir aktiven Verbraucherschutz, konstatiert Max Ahlers, Gründer und Geschäftsführer von Policen Direkt, Marktführer im Zweitmarkt für Lebensversicherungen.
Dennoch hätten es die Versicherer "nicht geschafft, den Trend der vergangenen Jahre fortzusetzen und das Storno weiter zu senken. Wenn man sich zudem vor Augen führt, wie viele Policen zweitmarktfähig gewesen wären und den Mehrerlös überschlägt, heißt das im Umkehrschluss: Die Deutschen verschenkten allein 2017 mehr als 100 Mio. Euro, weil sie ihre Lebensversicherung stornierten, statt diese auf dem Zweitmarkt zu verkaufen", ergänzt Ahlers.

Lebensversicherer investieren mehr in Kapitalanlagen

Gleichzeitig haben die deutschen Lebensversicherer im vergangenen Jahr immer mehr in Kapitalanlagen investiert. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherer mitteilte, stieg der Buchwert der Kapitalanlagen auf gut 905 Milliarden Euro. Zusammen mit den Kapitalanlagen der Pensionsfonds, Pensionskassen und fondsgebundenen Lebensversicherung belief sich der Anlagebestand sogar auf 1,06 Billionen Euro.
Insgesamt legten die Lebensversicherer (ohne Pensionskassen und -fonds) 172,6 Mrd. Euro neu an. Von dieser Summe – der so genannten Bruttoneuanlage – wurden 148,9 Mrd. Euro aus Kapitalrückflüssen, beispielsweise aus Tilgungen oder der Auszahlung fälliger Anleihen, reinvestiert, heißt es beim GDV weiter. Die Netto-Neuanlage der Lebensversicherer belief sich nach Verbandsangaben auf 23,7 Mrd. Euro.
Davon flossen rund zwei Drittel in den privaten Sektor, konstatiert der GDV weiter. Zu den wichtigsten Investitionen in die Privatwirtschaft zählt der Erwerb von Aktien, Unternehmensanleihen oder auch Immobilien. Darüber hinaus erhalten private Haushalte in erheblichem Umfang Darlehen, insbesondere zum Immobilienerwerb. Das übrige Drittel investierten die deutschen Lebensversicherer in den staatlichen Sektor. Dabei profitierte nicht nur der Bund von den Investitionen, sondern auch andere Gebietskörperschaften und staatliche Institutionen wie beispielsweise die Kreditanstalt für Wiederaufbau. (vwh/td)
Bildquelle: Fotolia
Grafikquelle: GDV
GDV · Lebensversicherung · Kapitalanlagen · Storno
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