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Amazon will Patientendaten und steigt ins Apothekengeschäft ein

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Online-Händler übernimmt für eine Milliarde Dollar das amerikanisches Medikamenten Start-up Pillpack. Das Unternehmen hat sich auf vorsortierte Packungen mit einem Monatsvorrat an Pillen für chronisch Kranke spezialisiert. Das junge Unternehmen und deren Chef TJ Parker, der das Unternehmen weiterführen wir, verfügt lediglich über ein paar Zehntausend Kunden, besitzt allerdings Apothekenzulassung in allen 50 Bundesstaaten der USA und Zugang zu einem Berg an Gesundheitsdaten.
Bislang hält sich Amazon bedeckt, was es mit dem Kauf erreichen möchte, doch nach der Gründung einer eigenen Krankenversicherung mit Warren Buffett und JP Morgan dürfte klar sein, das Amazon den Einstieg in den Krankenversicherungsmarkt anstrebt – vorerst wohl nur in den USA.
Neben den genannten Apothekenzulassungen erhält Amazon wichtige Lizenzen für den Medikamentenhandel auf dem extrem lukrativen Medikamentenmarkt in den Vereinigten Staaten, auf dem die pro-Kopf-Kosten im Bereich der Gesundheit fast drei Mal so hoch sind wie im Durchschnitt anderer Industrieländer. Obendrauf erhält der Käufer durch die Akquisition den obligatorischen Zugang zu Kundendaten.
Die Markthirsche im Bereich US-Apotheken und Medikamentenhandel geben sich zwar gelassen, doch der Börsenkurs der der Apotheken- und Drogerieketten Walgreens, Rite Aid und CVS fiel in einem Zeitraum weniger Stunden um etwa elf Milliarden Dollar.
Der Kurs von Amazon stieg, die Aktionäre wissen wohl, dass in den USA 400 Milliarden Dollar mit Medikamenten umgesetzt werden, bei steigender Tendenz. Ein anderer großer und gut entwickelter Gesundheitsmarkt ist beispielsweise Deutschland. (vwh/mv)
Bildquelle: Klicker / www.pixelio.de / PIXELIO
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