Politik & Regulierung

Haftpflicht für Hebammen wird erneut teuer

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Haftpflichtprämie ist zum 1. Juli 2018 erneut gestiegen. Nach Angaben des Deutschen Hebammenverbandes (DHV) liegt der jährliche Beitrag für die rund 2.600 Hebammen nun bei rund 8.174 Euro. Allerdings ist dies nicht die letzte Beitragserhöhung. In den beiden kommenden Jahren sollen die Haftpflichtprämien weiter steigen.
So bietet der DHV derzeit über ein Versicherungskonsortium die einzige deutsche Gruppenhaftpflichtversicherung für Hebammen an. Der aktuelle Vertrag mit dem Versicherungskonsortium unter der Führung der Versicherungskammer Bayern läuft noch bis 2021 und sieht weitere schrittweise Beitragserhöhungen vor. So steigt dieser um 1. Juli 2019 auf jährlich 8.664 Euro, ab dem 1. Juli 2020 soll die Haftpflichtprämie bei 9.098 Euro jährlich liegen.
Die Deckungssumme für Folgekosten aus Geburtsschäden ist hingegen ebenfalls auf zehn Mio. Euro gestiegen. "Wir begrüßen, dass diese Summe von den Versicherern erhöht wurde, da wir vermuten, dass diese Summe zukünftig in Einzelfällen auch benötigt wird", betont eine Sprecherin des Hebammenverbandes. Für Hebammen, die keine Geburtshilfe anbieten, steigen die Prämien nicht. Hebammenschüler sind prämienfrei versichert.
Die Prämienerhöhungen für die Hebammen sorgen bereits in der Vergangenheit wiederholt für Kritik. Die VKB hingegen verteidigt den jüngsten Anstieg des Beitragssatzes: "Für alle Versicherungsunternehmen, die freiberuflichen Hebammen Versicherungsschutz anbieten, gilt gleichermaßen: Treiber der Beiträge sind vor allem aufwändigere medizinische und pflegerische Betreuung der Geschädigten und damit deutlich gestiegene Heilbehandlungs- und Pflegekosten sowie höhere Verdienstausfälle durch gestiegene Lebenserwartungen, erheblich verstärkte Regresse der Sozialversicherungsträger und höhere Schmerzensgelder. Laut Angaben des GDV verteuerten sich seit 2003 die Ausgaben für schwere Geburtsschäden jedes Jahr zwischen sieben und zehn Prozent", erläuterte ein Sprecher auf Anfrage von VWheute. (vwh/td)
Bildquelle: Helene Souza / PIXELIO (www.pixelio.de)
Versicherungskammer Bayern · Haftpflicht · Hebamme · DHV
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