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Allianz: Alles für den Aktionär

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Münchener Versicherer legt ein weiteres Aktien-Rückkaufprogramm auf. Wenn Ihnen diese Schlagzeile bekannt vorkommt, dann haben Sie recht: Die Allianz hat am Montag erneut ein neues Rückkaufprogramm in Höhe von einer Milliarde Euro beschlossen, das im Juli starten soll und Ende September dieses Jahres abgeschlossen sein soll.
Der Aktienkurs der Münchener schoss nach der Verkündung des erneuten Rückkaufes nach oben, ganz so, wie es CEO Oliver Bäte wünscht, denn der hatte als Ziel ausgegeben, dass der Gewinn je Aktie in den Jahren 2016 bis 2018 im Schnitt um fünf Prozent steigen soll. Generell sind die Versicherer Dividendenkönige, denn es ist beileibe nicht der erste Versuch Bätes, den Aktienkurs zu beflügeln. Bereits im Jahr 2017 und zu Beginn dieses Jahres wurden Kaufprogramme gestartet, die insgesamt wohl fünf Milliarden Euro gekostet haben, das ist auch für die Allianz kein Kleingeld.
Die Zukunft ist jetzt
Das Geld ist in einer Aktiengesellschaft dann gut angelegt, wenn man die Aktionäre bei Laune hält. Genau das tut der CEO mit dem Rückkaufprogramm, wohl wissend, dass sein eigener Vertrag im Herbst des kommenden Jahres ausläuft, eine Verlängerung aber wohl in diesem Spätjahr verkündet werden würde, denn wie soll ein scheidender Chef den Umbau des Konzerns vollziehen, indem sich die Allianz befindet.
Kritiker könnte einwenden, dass das Geld beim Kauf von aufstrebenden Unternehmen, den eigenen Kunden (Stichwort Lebensversicherung) oder der eigenen, bisweilen bockigen, IT besser aufgehoben wäre, doch im Gegensatz zum Rückkaufprogramm bringt das keine Stimmen auf der  Hauptversammlung. Durch das Binden des Geldes in Rückkaufprogramme sollten auch die Gerüchte über Mega-Übernahmen erst einmal erledigt sein, denn auch die Allianz bei ihrer starken Kapitalisierung kann den Euro nur einmal ausgeben.

Allianz sieht sich in der Pflicht gegenüber Anteilseignern

Die Allianz selbst sieht im neuerlichen Rückkaufprogramm "eine Verpflichtung gegenüber den Anteilseignern, das uns anvertraute Geld gut und ausgewogen einzusetzen. Dazu gehört auch, Geld zurückzugeben, was wir nicht eingesetzt haben. Dabei sollte man unsere weiter starke SII-Kapitalisierung nicht außer Acht lassen. Ein Aktienrückkauf fördert das Wachstum von Gewinn pro Aktie und Dividende pro Aktie".
"Unsere erste Priorität ist, mit unserem Geschäft zu wachsen und das Richtige für unsere Kunden und Mitarbeiter zu tun. Entsprechend haben wir investiert in unsere Mitarbeiter, z.B. durch Weiterbildung (auch hinsichtlich der digitalen Fähigkeiten), wie auch in unsere IT-Systeme. Nehmen wir das IT-Budget als Beispiel: Wir geben als Allianz Gruppe über drei Milliarden Euro pro Jahr aus und das beinhaltet auch signifikante Investitionen in die Digitalisierung. Dabei geht es vor allem um besseren Kundenservice und Produktivitätsgewinne. Wenn wir dann noch Geld übrig haben, geben wir es an die Anteilseigner zurück", betonte ein Unternehmenssprecher gegenüber VWheute.
(vwh/mv)
Bildquelle: Fotolia
Allianz · Aktiengesellschaft · Aktienrückkaufprogramm
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