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AGCS analysiert Unfälle an deutschen Flughäfen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Sommerzeit gleich Urlaubszeit: Dieser Tage herrscht auf Deutschlands Flughäfen wieder Hochkonjunktur, wenn die deutschen Reiseweltmeister wieder in die Sommerferien starten. Dabei bleiben Unfälle zwar nicht immer aus. Allerdings sind die daraus entstandenen Schäden deutlich gestiegen, konstatiert der Industrieversicherer AGCS einer aktuellen Analyse.
So verzeichnete die Allianz-Tochter im Jahr 2017 insgesamt 523 Schadenfälle auf den 14 deutschen Flughäfen. Schäden an Fahrzeugen auf dem Vorfeld sind dabei die Hauptursache für Versicherungsfälle. Diese machen mit 31,4 Prozent fast jeden dritten Schaden aus. Mehr als jeder zweite dieser Schäden ist auf Kollisionen mit Schleppern, Gepäckwagen, Hubarbeitsbühnen oder Waschanlagen zurückzuführen (56,1 Prozent), heißt es in der Analyse.
Wesentlich seltener, aber dafür deutlich teurer sind die Schäden an den Flugzeugen. In 21 Prozent aller Fälle waren die Maschinen nach Angaben des Industrieversicherers selbst betroffen, wobei Beschädigungen beim Be- und Entladen zu den Hauptursachen gehören (22,7 Prozent). Unfälle beim Schleppen der Flugzeuge, Kollisionen mit Treppen und Bussen kommen laut AGCS deutlich seltener vor. Sehr oft seien dabei kleine Unachtsamkeiten für die Kollisionen ausschlaggebend.
So führte in einem Fall das Betätigen des falschen Hebels bei Abfertigung des Flugzeuges versehentlich dazu, dass die Notrutschen eines Jets ausgelöst wurden. In einem anderen Fall blieb die Treppe am Triebwerk des Flugzeugs hängen und beschädigte dieses, konstatieren die Analysten. Die durchschnittlichen Schäden an einem Flugzeug beliefen sich nach Angaben der Allianz-Tochter im vergangenen Jahr auf rund 46.282 Euro.
"Schäden an Flugzeugen können aber auch schnell im hohen siebenstelligen Bereich zu Buche schlagen", Till Kürschner, Head of Claims Aviation bei AGCS in Central & Eastern Europe (CEE). Allerdings: "Auf dem Vorfeld ist es nicht anders als im täglichen Straßenverkehr. Wenn es eng wird, passieren den Angestellten die meisten Fehler. Der Mensch ist immer noch der größte Risikofaktor", ergänzt der Experte.
In 11,3 Prozent der analysierten Unfälle sind Personen von Schäden am Flughafen betroffen. In 69,6 Prozent aller Personenschäden kommt es dabei zu Stürzen und Verletzungen. Unfälle während der Fahrt, zum Beispiel mit dem Flughafenbus, kommen hingegen deutlich seltener vor. Deren Anteil liegt lediglich bei 11,2 Prozent. Beschädigungen an den Privatautos der Fluggäste treten in 9,6 Prozent der Fälle auf. Die meisten davon passieren im Parkhaus. Demnach sind 28 Prozent der Schäden an privaten PKW Kollisionen mit Schranken die Ursache zurückzuführen. 16 Prozent der Schäden gehen dabei auf tropfendes Deckenwasser zurück.
Schäden am oder im Flughafengebäude geschehen in 6,7 Prozent der Fälle, es handelt sich vor allem um Wasserschäden (22,8 Prozent). Deutlich seltener kommt es zu Schäden durch verpasste Flüge (6,11 Prozent) und Schäden an Fluggastgegenständen (4,6 Prozent), wie beschädigten Koffern, heißt es bei AGCS weiter. Zudem sind auch Schäden durch Tiere durchaus an der Tagesordnung. "Vor allem auf kleineren Flugplätzen kommt es immer mal wieder zu Zusammenstößen mit Rehen oder Wildschweinen, auch Kollisionen mit Vogelschwärmen kommen vor", erklärt Kürschner. Au0erdem kann es auch zu Schäden durch Spürhunde der Flughafenhundestaffel kommen, zum Beispiel wenn der Vierbeiner in einem unbeobachteten Moment ein Fahrzeug des Flughafens zerkratzt.
In 46 Prozent der analysierten Fälle liegt die Schadensumme hingegen unter 1.000 Euro. 34 Prozent der Schadenfälle liegen im vierstelligen Bereich, jeder fünfte Schaden ist teurer als 10.000 Euro. 0,6 Prozent der Fälle lagen sogar über 100.000 Euro, konstatiert AGCS. Besonders viele Schadenfälle traten 2017 im April und Juni auf. Dagegen war es im Februar und November deutlich ruhiger. "April und Juni sind die Monate, an denen nach zuvor ruhigeren Flugperioden wieder Hochbetrieb an den Flughäfen herrscht", berichtet Holger Fellmann, Chef-Underwriter bei der AGCS. Besonders kuriose Schäden waren dabei unter anderem Kollisionen mit Wildschweinen, versehentlich ausgelöste Notrutschen und gebrochene Wartebänke. (vwh/td)
Bildquelle: Rainer Sturm / PIXELIO (www.pixelio.de)
AGCS · Industrieversicherer · Flughafen
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